Stand: 17.12.2018 11:40 Uhr

Vögel im Winter richtig füttern

Heimische Vögel im eigenen Garten oder auf Balkon und Terrasse zu beobachten, ist sehr beliebt. Selten lassen sich Wildtiere so einfach beobachten - und das in der Stadt ebenso wie auf dem Lande. Doch wie sollte eine gute Futterstelle aussehen? Zu welcher Jahreszeit wird gefüttert? Und welches Futter ist geeignet?

Körnermix für selbst gemachtes Vogelfutter © xblickwinkel/F.xHeckerx

So hilft man heimischen Vögeln über den Winter

Mein Nachmittag -

Unsere Vögel brauchen im Winter zusätzliche Fütterung. Dabei haben verschiedene Vogelarten unterschiedliche Vorlieben. NDR WissensChecker Tim Berendonk gibt Tipps.

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Soll man Vögel ganzjährig füttern?

Ob Wildvögel nur bei Frost und Schnee oder ganzjährig gefüttert werden sollen, darüber gehen die Meinungen der Experten auseinander. Für beide Haltungen gibt es gute Argumente. So spricht sich etwa die Sielmann-Stiftung für die Ganzjahresfütterung aus. In den häufig artenarmen Gärten und von industrieller Landwirtschaft geprägten Umgebung fänden Vögel immer weniger Nahrung.

Anders sieht es der Naturschutzbund Deutschland, der zwar für die Winter-, aber gegen die Ganzjahresfütterung ist. Begründung: Die Futterstellen würden fast ausschließlich von Vogelarten genutzt, die in ihrem Bestand nicht gefährdet seien. Im Winter dagegen ist eine zusätzliche Fütterung angebracht: Bei Frost und Schnee verbrauchen die Tiere sehr viel Energie, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Wichtig: Wer mit dem Füttern beginnt, sollte es auch konsequent und täglich bis zum Ende des Winters tun. Die Vögel verlassen sich auf ihre Futterplätze und könnten sonst in kürzester Zeit verhungern.

Für jeden Vogel das richtige Futter

Unsere heimischen Wildvögel lassen sich grob einteilen in Körnerfresser, die mit ihrem kräftigen Schnabel auch harte Schalen aufbrechen können und Weichfutterfresser. Körnerfresser bevorzugen Sonnenblumenkerne und andere grobe Körner, Weichfutterfresser lieben Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst. Einige Vogelarten - darunter etwa Meisen - fressen sowohl weiches als auch Körnerfutter.

Welcher Vogel frisst was?
WeichfutterfresserKörnerfresserAllesfresser
RotkehlchenFinkMeise
HeckenbraunelleSperlingSpecht
ZaunkönigZeisigKleiber
AmselGimpel/Dompfaff
Star

Mit der Futterauswahl lassen sich also gezielt bestimmte Vogelarten anlocken. Grundsätzlich ungeeignet sind Speisereste oder Brot, da sie Gewürze und Salz enthalten. Das vertragen die Tiere nicht, da ihre Mägen nicht dafür geschaffen sind. Im schlimmsten Fall können sie daran sogar sterben.

Vogelfutter selbst herstellen

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Praktische Alternative zum Kunststoffnetz: eine Vogelfutterspirale für Knödel.

Statt Vogelfutter im Bau- oder Gartenmarkt zu kaufen, kann man es auch gut selbst herstellen. Das ist nicht nur billiger, sondern hat auch den Vorteil, dass selbst gemischtes Futter frei von den allergieauslösenden Ambrosia-Samen ist, mit denen viele Fertigmischungen durchsetzt sind. Mit einem einfachen Grundrezept lässt sich Futter selbst mischen, originelle Aufhängevorrichtungen sehen zudem noch dekorativ aus. In Kunststoffnetze verpackte Knödel aus dem Handel sollte man dagegen besser nicht aufhängen: Es besteht die Gefahr, dass Vögel oder andere Tiere sich darin verfangen. Besser geeignet sind spezielle Futterspiralen zum Aufhängen, in die Knödel gelegt werden können.

Futterspender sind hygienischer als Vogelhäuser

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Wer Spender aufstellt, verringert die Gefahr, dass sich im Futter Krankheitserreger verbreiten.

Wichtig ist es, die Futterstelle hygienisch zu halten. Besser als offene Futterhäuschen sind deshalb Futterspender, bei denen Tiere nicht im Futter herumlaufen, es beschmutzen und dadurch Krankheitserreger verbreiten können. Wer auf das traditionelle Vogelhaus nicht verzichten möchte, sollte es regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und täglich nur wenig Futter nachlegen. Beim Reinigen aus hygienischen Gründen Handschuhe tragen. Mit etwas Geschick lässt sich ein schönes, individuelles Häuschen auch selbst bauen. Futterstellen immer mit genügend Abstand zur nächsten Glasscheibe (mindestens zwei Meter) und an einer übersichtlichen Stelle platzieren, sodass sich auch keine Katzen anschleichen können.

Katzen von Bäumen fernhalten

Damit Vögel auf Bäumen in Ruhe fressen und brüten können, hat sich ein sogenannter Katzen-Abwehr-Gürtel bewährt. Das zusammensteckbare Drahtgestell verhindert, dass Stubentiger den Baumstamm erklimmen. Der Gürtel ist im Gartenhandel erhältlich und sollte in einer Höhe von mindestens 2,50 Metern angebracht sein, damit sich weder Tier noch Mensch daran verletzen können.

So gestalten Sie Ihren Garten vogelfreundlich

Die natürlichste Möglichkeit, Wildvögeln durch das Jahr zu helfen und sie mit Futter zu versorgen, ist, ihnen im eigenen Garten ein breites Nahrungsangebot bereitzuhalten, etwa durch das Anpflanzen heimischer Beerensträucher wie Eberesche oder Weißdorn.

Wichtig ist außerdem, Sträucher oder Bäume erst gegen Ende des Winters und nicht bereits im Herbst zu beschneiden, damit Früchte und Samen als Nahrung dienen können. Statt Totholz und Laub zu entfernen, können Gartenbesitzer es einfach unter die Sträucher schieben. So können sich Insekten ansiedeln, die wiederum wichtige Nahrung für viele Vogelarten sind. Eine sehr dekorative Form, im eigenen Garten Nahrungsquellen für Vögel zu schaffen, ist das Pflanzen einer Hecke aus geeigneten Gehölzen.

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Dieses Thema im Programm:

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