Stand: 19.10.2017 11:45 Uhr

Kaffeesatz im Garten nutzen: Sieben Tipps

Kaffeesatz in einer Schale wird mit einem Kaminfeuerzeug angezündet. © ndr.de Foto: Udo Tanske
Verströmt keinen Kaffeeduft, vertreibt aber Wespen: Kaffeesatz.

Kaffeesatz fällt regelmäßig an, landet aber meist im Müll. Dabei enthalten die Überreste der Kaffeezubereitung noch jede Menge wertvolle Inhaltsstoffe. Kaffeesatz ist reich an Kalium, Stickstoff, Phosphor, Gerbsäure und Antioxidantien. Das sind Nährstoffe, die man auch in handelsüblichen Düngeprodukten findet. Im Garten ist Kaffeesatz vielfältig einsetzbar. Grundvoraussetzung für alle Anwendungen ist, dass er immer gut abgekühlt und trocken ist, da feuchter Kaffeesatz leicht schimmelt. Dazu den Kaffeesatz einfach in ein offenes, weites Gefäß geben und an der Luft trocknen lassen.

Kaffeesatz als biologischer Superdünger

Gerade bei Pflanzen, die einen leicht sauren Boden brauchen, wie beispielsweise Hortensien, ist Kaffeesatz ein idealer Dünger. Aber er eignet sich auch im Gemüsebeet: Gurke, Tomate und Zucchini lieben Koffein. Im Kaffeesatz enthaltener Stickstoff sorgt in der Erde dafür, dass das Blattwachstum angeregt wird, Phosphor regt die Blütenbildung und die Fruchtreife an und Kalium ist für den Zellaufbau und die Stabilität der Pflanze wichtig. Nur Setzlinge vertragen Koffein nicht gut.

Kaffeesatz schützt von Schnecken

Im Gegensatz zum Gemüse mögen die meisten Schnecken kein Koffein. Der Kaffeesatz eignet sich deswegen wunderbar als Sperrschicht, die einfach um das Salatbeet gestreut werden kann. Allerdings trifft dies nicht auf alle Arten zu. Je nachdem, welche Schneckenart den Salat bedroht, ist es auf jeden Fall einen Versuch wert.

Kaffeesatz verscheucht Wespen

Diese Maßnahme gegen Wespen sollte man nur draußen anwenden: Ist der Kaffeesatz gut getrocknet, auf einer feuerfesten Unterlage anzünden und etwas qualmen lassen. Der Geruch erinnert leider nur noch entfernt an Kaffee, aber die Wespen meiden dann den Gartentisch.

Kaffeesatz stoppt Katzen

Niemand hat gern die Hinterlassenschaften von Katzen im Sandkasten oder Kellereingang: Was bei den meisten Schnecken funktioniert, gilt auch für Katzen. Einfach um die Sandkiste herumstreuen und die Katzen machen einen Bogen drumherum.

Kaffeesatz verbessert Kompost, Blumenerde und Gießwasser

Eine Hand gibt Kaffeesatz in eine blaue Gießkanne. © ndr.de Foto: Udo Tanske
Kaffeesatz neutralisiert kalkhaltiges Gießwasser.

Was für die Pflanzen gut ist, hilft auch dem Kompost auf die Sprünge: Kaffeesatz auf dem Kompost ist quasi der beste Grund, warum man Kaffeesatz nicht einfach im Müll entsorgen sollte. Im Kompost beschleunigt Kaffee die Verrottung und auch Regenwürmer mögen den Koffeinkick. Damit kann auch ausgelaugte Blumenerde schnell wiederbelebt werden. Dazu die Blumenerde zu gleichen Teilen mit Kompost mischen, den Kaffeesatz in kleinen Mengen unterheben. Bei zu viel Kaffee in der Erde kann sich leicht Schimmel bilden. Bei sehr basischen Böden und zu kalkhaltigem Wasser können ein, zwei Löffel Kaffeesatz im Gießwasser Wunder wirken. Er neutralisiert das Gießwasser und düngt den Boden.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 19.10.2017 | 19:30 Uhr

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