Stand: 18.05.2017 11:01 Uhr  | Archiv

Effektive Mikroorganismen verbessern Gartenboden

Alle Nährstoffe, die Pflanzen zum Wachsen und Gedeihen benötigen, ziehen sie aus der Erde. Eine gute Bodenqualität ist die Grundvoraussetzung für gesunde Pflanzen und einen höheren Ertrag. Um Böden auf natürliche Art und Weise zu verbessern, schwören manche Gärtner auf sogenannte Effektive Mikroorganismen (EM), deren Wirkung jedoch noch nicht eindeutig durch Studien nachgewiesen werden konnte.

Was sind Effektive Mikroorganismen?

EM sind Effektive Mikroorganismen, die uns im Garten helfen. Vor über 30 Jahren hat der japanische Agrarwissenschaftler Prof. Teruo Higa mit seinen Forschungen zur Verbesserung der Bodenqualität mithilfe natürlicher Mikroorganismen begonnen. Er fand eine Mischung aus 13 verschiedenen Bakterienstämmen, im Wesentlichen Milchsäurebakterien, Hefen und Photosynthesebakterien. Sie sollen in der Lage sein, ihre natürlich vorkommenden Artgenossen zu unterstützen und so für ein aktives Bodenleben und eine hohe Bodenfruchtbarkeit zu sorgen. Gestörte Kreisläufe im Boden sollen so wieder geschlossen werden.

Wie nützen EM dem Boden?

Anwender erhoffen sich von EM vielfältige Verbesserungen: Sie bringen das Bodenleben wieder in Schwung, helfen dabei, organisches Material im Boden in Nährstoffe für die Pflanzen umzubauen, verbessern die Bodenstruktur, fördern die Wurzelbildung, verbessern die Keimfähigkeit von Saatgut und helfen gegen Krankheiten und Schädlinge. Dadurch werden die Pflanzen robuster, blühen mehr, tragen mehr Früchte - Obst und Gemüse sollen sogar besser schmecken. Positiv wirkende Bakterien werden von den Mikroorganismen gefördert, schadhafte Keime und Pilze unterdrückt. Man kann sie einfach auf den Boden gießen, auf die Pflanzen sprühen, den Kompost damit verbessern und das Saatgut damit vorbereiten. Sogar Schädlinge lassen sich von EM einfach vertreiben.

Welche Menge ist die richtige?

Grundsätzlich sollte man den Garten vier bis sechs Mal im Jahr mit Effektiven Mikroorganismen gießen. Dabei gilt: 20 Milliliter Lösung pro Liter Gießwasser und Quadratmeter Boden reichen aus. Die Mischung sollte an bewölkten Tagen ausgebracht werden. Optimal sind Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad. Ist es zu kalt, arbeiten die Mikroben nicht richtig, außerdem reagieren sie empfindlich auf zu viel UV-Strahlung. Gegen Blattläuse ist es ratsam, die Pflanzen wie zum Beispiel Rosen regelmäßig zu besprühen.

Fäulnis lockt Schnecken und Ameisen

Der Boden ist voll von Schneckeneiern, Fäulnis gibt quasi das Signal zum Schlüpfen der Schnecken. Denn ihre Aufgabe im Garten ist es, mittels Verdauungsmikroben Fäulnis zu verhindern und Pflanzenreste wieder in Nährstoffe zu verwandeln. Wo regelmäßig mit EM gegossen wird, soll der Boden vital bleiben. Je gesünder der Boden bleibt, desto weniger Schnecken schlüpfen. Ähnlich verhält es sich bei Ameisen. Wo viel Fäulnis ist, da sind viele Ameisen, denn auch sie helfen bei der Regulierung des Bodens. Auch hier gilt: Ist der Boden gesund, bleibt auch die Ameise fern. Wird mit EM gegossen, auch direkt in die Ameisenbauten, vertreibt es die Ameisen ohne sie zu schädigen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.05.2017 | 19:30 Uhr

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