Stand: 22.10.2015 12:30 Uhr  - Hamburg Journal  | Archiv

Seit wann gibt es die Sommerzeit?

Seit 1980 werden die Uhren am letzten Wochenende im März von der normalen mitteleuropäischen Zeit (MEZ) auf die Sommerzeit umgestellt. Bereits am 22. Juni 1978 verabschiedet der Bundestag das Zeitgesetz zur Einführung der Sommerzeit. Die Bundesregierung einigt sich auch mit der DDR-Führung, um unterschiedliche Zeitzonen innerhalb Deutschlands zu vermeiden, und so ist der Weg frei für die erste Zeitumstellung seit 1949.

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Die Einführung der Sommerzeit

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Am 7. November 1979 verordnet die Bundesregierung die Einführung der Sommerzeit. Premiere ist im Frühjahr 1980.

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Energiesparziele nicht erreicht

Ziel der Zeitumstellung ist es, nach dem Schrecken der Ölkrise von 1973 das Tageslicht besser zu nutzen und so Energie einzusparen. Allerdings wird dieses Ziel kaum erreicht. Nach Angaben des Umweltbundesamtes wird zwar am elektrischen Licht gespart, dafür in den kühlen Monaten am Morgen mehr geheizt. Die Mehrheit der Deutschen lehnt die Sommerzeit ab, wie jüngste Umfragen belegen. Die Befürworter schätzen sie vor allem, weil es abends länger hell bleibt - ein Stück mehr Lebensqualität.

Erste Zeitumstellung im Jahr 1916

Erstmals gab es im Deutschen Reich während des Ersten Weltkrieges in den Jahren 1916 bis 1918 eine Umstellung auf Sommerzeit. In der Weimarer Republik wurden die Versuche wieder verworfen, bis die Nationalsozialisten die Sommerzeit zur Unterstützung der Kriegswirtschaft von 1940 bis 1945 erneut einführten. In den Nachkriegsjahren bis 1949 bestimmten die Siegermächte, wann in ihren Besatzungszonen die Zeit umgestellt wurde. So kam es zu einem regelrechten Zeitchaos: Orientiert an der Moskauer Zeit galt in der sowjetischen Besatzungszone und Berlin beispielsweise von Ende Mai 1945 bis zum September 1945 die sogenannte Hochsommerzeit - mit einer Zeitdifferenz von zwei Stunden zur mitteleuropäischen Zeit. Ab 1950 wurde die Umstellung dann ausgesetzt.

Wann werden die Uhren umgestellt?

Die Sommerzeit beginnt in allen Mitgliedstaaten der EU jeweils am letzten Sonntag im März. Um 2 Uhr werden die Uhren um eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt. Am letzten Sonntag im Oktober endet die Sommerzeit, die Uhren werden um 3 Uhr eine Stunde zurückgestellt. Eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2002 regelt, dass die Sommerzeit in allen Mitgliedstaaten "dauerhaft" und "verbindlich" gilt.

Weitere Informationen
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Öffentliche Konsultation zur Sommerzeitregelung

Die EU-Kommission möchte mit einer Umfrage die Meinung der Bürgerinnen und Bürger zur derzeitigen Sommerzeitregelung der EU und zu möglichen Änderungen dieser Regelung einholen. extern

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 11.07.2018 | 05:05 Uhr

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