Stand: 08.08.2020 13:15 Uhr  - NDR Info

Wo Urlaub in Corona-Zeiten möglich ist

Das Coronavirus hat sich weltweit ausgebreitet. Reise- und Urlaubsmöglichkeiten sind weiterhin massiv eingeschränkt. Lediglich für einen Großteil der europäischen Länder hat die Bundesregierung die weltweite Warnung für touristische Reisen aufgehoben. Für Länder außerhalb Europas, etwa Ägypten oder Tunesien, gilt sie weiterhin. In Norddeutschland läuft der Tourismus mit einigen Einschränkungen wieder. Fragen und Antworten zum Thema.

Reisewarnungen: Welche Auslandsreisen sind möglich?

Das Auswärtige Amt hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für die Staaten der Europäischen Union und angrenzende Länder (Großbritannien, Island, Schweiz, Liechtenstein und Norwegen) aufgehoben. Eine Reisewarnung gilt derzeit allerdings für Luxemburg. Grenzkontrollen finden aber nicht statt und eine Durchreise ist möglich. Zudem warnt das Auswärtige Amt derzeit vor Reisen in die belgische Provinz Antwerpen. Am Flughafen Brüssel wird bei allen Passagieren die Körpertemperatur gemessen und bei Fieber die Einreise verweigert.

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Sommerurlaub ist in vielen europäischen Ländern seit Mitte Juni wieder möglich.

Außerdem gelten Reisewarnungen für die spanischen Regionen Aragón, Navarra und Katalonien. Dazu zählen auch die Metropole Barcelona und die Badeorte an der Costa Brava. Zu der Liste der Risikogebiete, für die das Amt Reisewarnungen ausspricht, zählen weiterhin seit Kurzem drei Regionen in Bulgarien (darunter die Provinz Varna mit dem Goldstrand sowie Blagoewgrad und Dobritsch) und die rumänischen Regionen Argeș, Bihor, Buzău, Neamt, Ialomita, Mehedinti und Timiş).

Für mehr als 160 Nicht-EU-Länder gilt noch bis mindestens 31. August eine Reisewarnung. Darunter sind auch beliebte Reiseziele wie Ägypten. Auch für die Türkei gilt - mit Ausnahme der bei Touristen beliebten Provinzen Antalya, Aydin, Izmir und Muğla - weiterhin eine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt rät dazu, die individuellen Reisehinweise zu beachten, die über die Risiken in den jeweiligen Ländern informieren.

Wer nach England, Schottland, Nordirland oder Wales reisen möchte, muss sich vorab über ein Online-Formular registrieren.

Testpflicht und Quarantäne: Was gilt nach Rückkehr aus Risikogebieten?

Wer aus einem durch das Robert Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, muss sich testen lassen. Die Tests sind für Betroffene kostenlos und werden bei der Ankunft auf Flughäfen und in Seehäfen durchgeführt. Wer mit dem Zug oder Auto zurückkehrt, kann den Test in Wohnortnähe durchführen lassen (Informationen hierzu unter der Telefonnummer 116 117). Bis das Testergebnis bekannt ist, müssen Reisende in Quarantäne bleiben. Ist das Ergebnis negativ, entfällt die 14-tägige Quarantäne.

Bei einem positiven Ergebnis bleibt die Quarantäne bestehen, auch wenn sich keine Krankheitssymptome zeigen. Das gilt auch für die Personen, mit denen die Betroffenen nahen Kontakt hatten. Das Einhalten der Quarantäne wird vom zuständigen Gesundheitsamt überwacht. Näheres regeln landesrechtliche Bestimmungen.

Ist Urlaub in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, MV und Hamburg möglich?

Ja, allerdings mit Einschränkungen und unterschiedlichen Detail-Regelungen in den Bundesländern. Generell gelten die bekannten Abstands- und Hygiene-Regeln. In Mecklenburg-Vorpommern müssen Urlauber vor der Einreise ins Land eine Unterkunft gebucht haben, Tagestouristen sind nicht erlaubt. Ausnahme sind registrierte Reisegruppen, die mit einer Bustour unterwegs sind. In Schleswig-Holstein kann es an Nord- und Ostsee je nach Lage zu Beschränkungen kommen. So appelliert etwa das Seebad Timmendorfer Strand an Tagestouristen, vorerst nicht zu kommen, da es keine Kapazitäten mehr gebe. Es empfiehlt sich daher, sich auch bei kurzen Ausflügen vorher genau zu erkundigen.

Wie ist die Lage an den Grenzen zu Dänemark, Polen und den Niederlanden?

Die Niederlande haben die Einreise aus Deutschland nicht begrenzt, Ferienparks und Campingplätze sind geöffnet. Polen hat seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern am 13. Juni wieder geöffnet. Auch nach Dänemark dürfen deutsche Urlauber - mit Einschränkungen - reisen.

Wie ist die Situation bei Kreuzfahrten?

Das Auswärtige Amt rät von Kreuzfahrten ab. Ausgenommen sind Flusskreuzfahrten innerhalb der EU und des Schengen-Raums mit besonderen Hygienekonzepten sowie Fahrten, die in einem deutschen Hafen starten und ohne Anlegen in einem Hafen im Ausland enden. Erste Kreuzfahrten sind bereits wieder gestartet.

Kann ich eine gebuchte Pauschalreise kostenlos stornieren?

Kunden können Pauschalreisen in Staaten, für die weiterhin eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt, kostenlos stornieren, so der Bundesverband der Verbraucherzentralen.

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Einige Reiseveranstalter teilen diese Rechtsauffassung jedoch nicht. Im Gesetz heißt es dazu, die Stornierung ist kostenlos, wenn am Reiseziel "oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen." Im Einzelfall müssen Gerichte entscheiden.

Besteht für das Urlaubsziel keine Reisewarnung, kann der gebuchte Urlaub nicht mit Hinweis auf das Coronavirus kostenfrei abgesagt werden. Die Verbraucherzentrale rät in diesem Fall, sich mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen einer frühen Stornierung genau zu beschäftigen. Nähere Hinweise geben die Verbraucherschützer auf ihrer Website.

Müssen Kunden Reise-Gutscheine akzeptieren?

Für Reisen, die vor dem 8. März 2020 gebucht wurden und wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnten, haben Kunden die Wahl:

  • Sie können den bereits gezahlten Reisepreis zurückfordern, der Veranstalter muss das Geld innerhalb von 14 Tagen überweisen.
  • Sie können einen Gutschein des Veranstalters in gleicher Höhe annehmen.

Die Bundesregierung sichert den Wert des Gutscheins ab, falls der Reiseveranstalter Insolvenz anmeldet. Wird der Gutschein nicht bis Ende 2021 eingelöst, muss der Anbieter den Wert ausbezahlen. Kosten für den Gutschein oder die Einlösung dürfen nicht entstehen. Die Regelungen gelten auch für Gutscheine, die Kunden bereits akzeptiert haben, bevor die neuen Regeln am 2. Juli in Kraft getreten sind.

Was gilt für Individual-Reisende?

Wegen der Schließung der Grenzen haben auch diejenigen, die Reiseleistungen einzeln selbst gebucht haben, laut Verbraucherzentrale Chancen, ihr Geld zurückzubekommen - zumindest, wenn sie nach deutschem Recht gebucht haben. Wurde der Vertrag direkt mit einem ausländischen Unternehmen geschlossen, greift dortiges Recht.

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Sagt eine Fluggesellschaft einen gebuchten Flug ab, bekommen Kunden ihr Geld zurück oder können einen Ersatzflug zu einem späteren Zeitpunkt wahrnehmen. Eine zusätzliche Entschädigung muss die Fluggesellschaft nicht leisten, wenn für das Zielland ein Einreiseverbot gilt.

Findet der Flug statt, gibt es kein generelles Recht auf Umbuchung oder kostenloses Storno. Viele Gesellschaften bieten aber individuelle Kulanzregelungen und flexible Umbuchungsmöglichkeiten an.

Gibt es noch Einschränkungen bei der Deutschen Bahn?

Die Deutsche Bahn fährt auf fast allen Verbindungen im Fernverkehr - auch ins benachbarte Ausland - wieder im Normalbetrieb. Tickets, die bis zum 13. März gekauft wurden, dürfen flexibel und ohne Zugbindung bis zum 31. Oktober 2020 genutzt werden. Für Fahrkarten, die ab dem 14. März gekauft wurden, gelten die normalen Stornobedingungen. Die wichtigsten Fragen beantwortet die Bahn auf ihrer Website.

Dürfen Busreisen stattfinden?

Touristische Busreisen dürfen unter besonderen Hygieneauflagen wieder stattfinden. Mittlerweile haben die Bundesländer ihre Regelungen, darunter etwa eine Maskenpflicht, vereinheitlicht.

Kreuzfahrtschiff "Albatros" an einer Seebrücke in Wismar © NDR Foto: Helmut Kuzina aus Wismar

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Welche Rechte haben Urlauber, die wegen Corona von der gebuchten Kreuzfahrt zurücktreten wollen? Wiebke Cornelius, Juristin bei der Verbraucherzentrale in MV beantwortet Hörerfragen.

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NDR Info | 08.08.2020 | 12:00 Uhr

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