Stand: 06.04.2018 11:48 Uhr

Der Teufelsgeiger-Zyklus in neuem Licht

The New Paganini Project
von Niklas Liepe
Vorgestellt von Philipp Cavert

"Bibel des modernen Geigenspiels" - so werden sie gern genannt, die 24 Capricen von Niccolò Paganini. Hochvirtuose Stücke, bei denen Technik an erster Stelle steht. Die Musikalität der Capricen kommt dabei leider oft zu kurz. Deshalb hat der Geiger Niklas Liepe die Stücke nicht im Original für Violine solo aufgenommen, sondern mit neu komponierten Orchesterbegleitungen.

Geigenakrobatik im Orchesterkleid

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Der Geiger Niklas Liepe hat rund 20 internationale Komponisten und Arrangeure für sein Paganini-Projekt begeistern können.

Mit einem Mal ist Paganini - tanzbar! Die 12. Caprice als Foxtrott, arrangiert von Stephan Lenz. Drei Jahre Arbeit hat der 26-jährige Niklas Liepe in dieses Projekt gesteckt. "Heutzutage werden diese Capricen doch mehr als technische Übungen angesehen und man vergisst dann doch leider ein bisschen die Musik, die da drin steckt", findet der Geiger. "Und durch die Hinzunahme vom Orchester ist uns aufgefallen, wie viel Musik darin steckt und wie sehr das auch diesen Geigenpart bereichert in gewisser Weise."

Entstanden sind zwei Dutzend komplett neue Konzertstücke. Rund 20 internationale Komponisten und Arrangeure aus Klassik, Filmmusik und Musical hat Liepe für sein Paganini-Projekt begeistern können. Sie durften die Capricci nach allen Regeln der Kunst fantasievoll ausleuchten; immer unter der Maßgabe, dass der Geigenpart gleich schwierig und erkennbar bleibt mit seinen fliegenden Pizzicati, Oktavtrillern und mehrstimmigen Doppelgriffpassagen. Einige haben drum herum komponiert, andere den Solopart integriert.

Eine visionäre Reise

Wie bombastische Filmmusik mutet die Bearbeitung von Stephan Koncz an. Sphärisch dagegen die "Transformation" von Gérard Tamestit, dem Vater des Bratschers Antoine Tamestit.

Gemeinsam mit der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern und ihrem Dirigenten Gregor Bühl nähert sich Niklas Liepe den Capricen auf zweierlei Art: Zum einen durch zeitgenössische Orchestrierungen, etwa von Claus Kühnl, Basti Bund oder Sidney Corbett, zum anderen durch Bearbeitungen historischer Klavierbegleitungen von Schumann, Kreisler oder Szymanowski. Dafür hat Liepe einen der gefragtesten Klassik-Arrangeure gewinnen können: Andreas Tarkmann. Auch in seinen Fassungen bleibt das Rückgrat der Musik immer der originale Notentext der Sologeige.

CD-Cover: Niklas Liepe - The New Paganini Project © Sony Classical

Niklas Liepe: "The New Paganini Project"

NDR Kultur -

Niklas Liepe die Capricen von Paganini mit neukomponierten Orchesterbegleitungen aufgenommen.

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Gemeinsam mit der Deutschen Radio Philharmonie gibt Liepe den puristischen Capricen eine Sinnlichkeit, die über die technische Übung weit hinausgeht. "Mir ist es gerade als junger Künstler wichtig, dass man etwas Neues machen sollte", betont Liepe. "Heutzutage ist es ganz wichtig, dass man Symbiosen oder neue Ideen schafft. Es ist schon ziemlich viel auf CD erschienen und diese Paganini-Capricen sind doch jedem bekannt. Wenn man das aber mit einem neuen Klangteppich verbindet, schafft man da etwas Neues."

Mal hochromantisch, mal jazzig - "The New Paganini Project" ist eine visionäre Reise durch Epochen und Stile bis in unsere heutige Zeit.

The New Paganini Project

Genre:
Oper
Label:
Sony Classical

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 09.04.2018 | 15:20 Uhr