Klassik à la carte

Zum Tod von Günter Kunert

Montag, 23. September 2019, 13:00 bis 14:00 Uhr

Für die einen war er "der spröde Einsame", für die anderen "die männliche Kassandra". Er selbst hielt von solchen Schubladen nicht viel und sah sich vor allem als heiteren Melancholiker, Skeptiker und Warner. Günter Kunert gehörte zu den produktivsten Lyrikern und Schriftstellern unseres Landes. Der Umfang seines Werks ist schwer zu erfassen: Gedichte, Essays, Reisebücher, Romane, Erzählungen, Kinderbücher, Hörspiele und Filmdrehbücher, Glossen, Satiren, Notizen, Aphorismen und vieles mehr.

Günter Kunert in seinem Haus in Itzehoe.
Günter Kunert in seinem Haus in Itzehoe.

Sein bewegtes Leben begann 1929 in Berlin mit einer "staatlich verpfuschten Kindheit", wie er selbst sagte. Die Nationalsozialisten verwehrten dem "Halbjuden" im Sinne der Nürnberger Rassengesetze eine höhere Schulbildung. Kunert überstand das Dritte Reich nur knapp, entschied sich später für ein Leben in der DDR, verließ diese aber im Zuge der Ausbürgerung von Wolf Biermann gen Westen. Rund vierzig Jahren lebte er in dem kleinen Dorf Kaisborstel in Schleswig-Holstein und schrieb bis zu seinem Lebensende täglich an seinem "Big Book".

Das Gespräch führte Claus Röck.

 

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Der Schrifsteller Günter Kunert. © dpa/picture-alliance Foto: Nestor Bachmann

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