Verzweifelter Mann sitzt am Bürgersteig © imago/INSADCO
Verzweifelter Mann sitzt am Bürgersteig © imago/INSADCO
Verzweifelter Mann sitzt am Bürgersteig © imago/INSADCO
AUDIO: Diakonie startet Winternotprogramm (1 Min)

Winternotprogramm startet - Diakonie fordert Standards

Stand: 11.11.2022 13:25 Uhr

Es ist soweit, der Winter steht vor der Tür. Für Menschen ohne Wohnung kann die Kälte lebensgefährlich sein. Die Diakonie hat deswegen ihr Winternotprogramm gestartet, fordert aber von Land und Kommunen bessere Standards.

Beheizte Notschlafstellen, Zugang zu sanitären Einrichtungen, warmes Essen und winterfeste Kleidung - das Winternotprogramm soll den Ärmsten der Armen über den Winter helfen. Wie im vergangenen Jahr stellt die Diakonie Schleswig-Holstein wieder ihr zusätzliches Angebot für obdachlose Menschen bereit. Darüber hinaus fördert das Land mit 50.000 Euro Winterunterkünfte für Wohnungslose.

Es gibt allerdings ein Problem: Zwar sind die Kommunen laut Diakonie verpflichtet, in der kalten Jahreszeit sogenannte Notunterkünfte bereit zu stellen - allerdings nehmen viele, die auf der Straße leben, diese nicht an. Der Grund seien die wohl oft menschenunwürdigen Bedingungen, die in diesen Unterkünften herrschen sollen.

Barrierefreiheit und Möglichkeit zu kochen - Diakonie fordert Standards

Die Diakonie fordert nun verbindliche Standards und sieht das Land und die Kommunen in der Pflicht. Einige der Forderungen sind: die Möglichkeit zu kochen, die Anbindung an den Nahverkehr und dass die Unterkünfte barrierefrei sind. Da viele Wohnungslose Behinderungen haben oder psychische Probleme, ist laut Diakonie auch eine fachliche Betreuung wichtig.

Allen, die selbst bei Minustemperaturen auf der Straße übernachten, hilft die Diakonie mit zum Teil auch aus Spenden finanzierter warmer Kleidung, heißen Getränken oder Schlafsäcken - alles, um zu verhindern, dass Menschen über Nacht erfrieren.

Weitere Informationen
Ein Frau hält einen Becker mit einer Mahlzeit in der Hand. © picture alliance / dpa Foto: Oliver Berg

Immer mehr Menschen in SH ohne Wohnung

Jobverlust, zu geringe Rente, Alkohol- oder Drogenprobleme - die Gründe, warum sich Menschen keine Wohnung mehr leisten können, sind vielfältig. mehr

Eine offenbar obdachlose Frau in der Hamburger Innenstadt. © picture alliance

Obdachlose in der Innenstadt: Hamburger Geschäftsleute in Sorge

In der Hamburger Innenstadt werde aggressive Bettelei und das Campieren vor den Geschäften zum Problem. mehr

Dominik Bloh steht auf einer Rasenfläche. © NDR/N-JOY

"Ich habe mir vor Kälte die Finger in den Mund gesteckt"

Dominik Bloh war über zehn Jahre hinweg immer wieder obdachlos. Er hat uns erzählt, wie sich der Winter auf der Straße anfühlt und wie wir Obdachlosen helfen können. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.11.2022 | 15:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Soziales Engagement

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Karl Lauterbach (SPD) spricht auf der Gesundheitsministerkonferenz in Travemünde. © NDR Foto: Julian Marxen

Travemünde: Proteste rund um die Gesundheitsminister-Konferenz

Am Rande des Treffens haben Vertreter der medizinischen Berufe Nachbesserungen an den geplanten Reformen gefordert. mehr

Videos