Stand: 22.06.2020 18:03 Uhr

Corona: Hilfsgelder für Studierende zu gering?

Statt sich auf Prüfungen, Kurse und Vorlesungen zu konzentrieren, ist Remi Galtay derzeit damit beschäftigt, sich einen neuen Job zu suchen. Galtay studiert aktuell im 7. Semester an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Für Miete, Essen und Versicherungen bezahlt er im Monat rund 600 Euro. Das finanzierte er bisher über seinen Nebenjob, doch den verlor er corona-bedingt vor drei Wochen.

Hälfte aller Studierenden ohne Job

Für viele Studierende in Schleswig-Holstein sieht die Situation ähnlich aus. Nicht alle bekommen Bafög, Unterstützung durch die Eltern ist ebenfalls nicht selbstverständlich. Neben den Studierenden sind zudem auch viele andere Neu-Arbeitslose auf Jobsuche, die ihre Arbeit auch wegen Corona verloren haben oder von Kurzarbeit betroffen sind. Die Studierenden melden sich deshalb bei den Studierendenvertretungen, wie dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AstA) in Kiel. Denn fast die Hälfte aller Studierenden mit Nebenjob verloren diesen wegen Corona.

Unterstützung vom Bund

Um die jungen Menschen zu unterstützen, gibt es jetzt Hilfe vom Bund. Das Paket besteht aus mehreren Komponenten: Zunächst wird die Bafög-Unterstützung weiterhin ausgezahlt, unabhängig davon, ob Prüfungen stattfinden und Prüfungsleistungen erbracht werden können. Außerdem wurde der Kredit für Studierende angepasst. Bis April 2021 können sie zinsfrei einen Kredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufnehmen, danach werden jedoch mehr als vier Prozent Zinsen fällig.

Seit letzter Woche können Studierende außerdem ein Überbrückungsgeld beantragen. Hierbei handelt es sich um einen nicht rückzahlungspflichtigen Zuschuss, der jeweils für die Monate Juni, Juli und August einzeln beantragt werden kann. Zwischen 100 und 500 Euro kann dieser Zuschuss umfassen. Doch nicht alle haben gleichermaßen Anspruch. Die Studierenden dürfen nicht mehr als 500 Euro auf dem Konto haben und müssen die Finanzen der letzten Monate komplett offenlegen.

Maßnahmen zu wenig für Studierende

Für den AstA sind diese Maßnahmen jedoch nicht genug. "Wir haben mehr gefordert als Studierendenschaften in ganz Deutschland. Es wurde einfach nicht angehört. Es wurde auch nicht wirklich die Stimme der Studierenden angehört, sondern beschlossen 'das soll reichen'", erklärt Johnny Schwausch vom AstA Kiel.

Für Remi Galtay kommen die Maßnahmen des Bundes nicht in Frage. Für das Überbrückungsgeld hat er derzeit noch zu viel auf dem Konto - allerdings ist das nur eine Frage der Zeit. Einen Kredit möchte er nicht aufnehmen. Sich bereits als Student zu verschulden, wolle er nicht in Kauf nehmen. Ihm bleibt also weiterhin nur die Suche nach einem neuen Job.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 22.06.2020 | 19:30 Uhr

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