Ein Huhh, davor ein Abstrichröhrchen. © picture alliance/Fotostand/Fotostand/Freitag Foto: Freitag

Vogelgrippe im Kreis Dithmarschen: Geflügel muss in den Stall

Stand: 29.10.2021 18:24 Uhr

Die an der Westküste erneut aufgetretene Geflügelpest hat weitere Folgen für die Halter: Der Kreis Dithmarschen hat eine Stallpflicht für den gesamten Kreis erlassen. Sie gilt ab Sonnabend. In Nordfriesland wurde das Gebiet bereits am Freitag ausgeweitet

An den vergangenen Tagen hatten Spaziergänger und Ranger immer mehr tote Wildvögel im Kreis Dithmarschen entdeckt. Laut Kreis wurden sie in Meldorf und Heide entdeckt. Bei allen toten Tieren wurde das H5N1-Virus nachgewiesen.

Damit ist der Kreis zum Handeln gezwungen: Laut Allgemeinverfügung vom Freitagabend dürfen alle Geflügelhalter in Dithmarschen ihre Tiere von Sonnabend an nur noch im Stall halten. Die Regelungen können auf der Seite des Kreises nachgelesen werden.

Eine Ente schwimmt auf einem Teich. © NDR Foto: Nadja Babalola
AUDIO: Aufstallungspflicht in Dithmarschen und Nordfriesland (1 Min)

Nordfriesland: Gebiet der Stallpflicht erweitert

Auch der Kreis Nordfriesland hat auf weitere Totfunde und den Nachweis der hochansteckendene H5N1-Variante bei Wildvögeln in Husum, auf Nordstrand und in den Reußenkögen reagiert. Dort wurde das Gebiet, in dem Geflügelhalter ihre Tiere in den Stall bringen müssen, erweitert. Die Stallpflicht gilt laut Allgemeinverfügung seit Freitag auf allen Inseln und Halligen sowie einem 1.000 Meter breiten Streifen entlang der Nordseeküste und der Binnenseen.

Wildvögel nicht anfassen

Alle Wildvögel, die an der Geflügelpest erkrankt sind, sterben daran. Wer Wildvögel findet, sollte sie nicht anfassen. Auch Hunde, Katzen und andere Haustiere sollten von möglicherweise erkrankten Wildvögeln ferngehalten werden. Tot aufgefundene Wildvögel können den örtlichen Ordnungsämtern gemeldet werden, die die Tiere dann einsammeln.

Amtstierarzt Mattias Knoth appelliert dringend an alle Geflügelhalter, die bekannten Biosicherheitsmaßnahmen zu beachten und beispielsweise ihre Ställe nur mit desinfiziertem Schuhwerk zu betreten. Zu groß sei die Gefahr, über Schuhe oder Kleidung mit Erregern verseuchten Wildvogelkot in den Bestand einzuschleppen.

Geflügelhalter sind besorgt

Durch das erneute Auftreten der Vogelgrippe werde das Halten von Enten und Gänsen immer schwieriger, denn diese könnten nur draußen und nicht dauerhaft in Ställen gehalten werden, sagte ein Sprecher des Geflügelzüchtervebandes.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.10.2021 | 17:00 Uhr

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