Stand: 30.07.2020 14:50 Uhr

Geretteter Uhu aus Bad Segeberg international bekannt

von Elin Halvorsen

Ein kleiner Uhu ist plötzlich weltberühmt. Wer im Internet nach Uhu-Rettung in Bad Segeberg sucht, findet zahlreiche Artikel aus verschiedenen Ländern. Zum Beispiel berichtete die "New York Times" über die Geschichte. Auch bei "Taiwan News", "BBC News" und "Salzburger Nachrichten" sorgte die Rettungsaktion des Greifvogels für Schlagzeilen. Florian Gloza-Rausch, Leiter des angrenzenden Noctalis Fledermauszentrums, vermutet, dass die Welt "gute Nachrichten in diesen Krisenzeiten braucht". Aber auch die spektakuläre Rettungsaktion dürfte ein weiterer Grund für den internationalen Ruhm des Uhus und seine Retter sein. Was ist passiert? Der Jungvogel war offenbar bei seinen ersten Flugversuchen in einen 40 Meter tiefen Brunnen am Kalkberg gestürzt und musste von Einsatzkräften der Feuerwehr und Technischen Hilfswerk (THW) befreit werden.

Außergewöhnliche Rettungsaktion

Zwölf Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr und sechs Helfer des THW waren an der Bergung beteiligt. Bei Messungen im Brunnenschacht stellten die Retter schon nach fünf Metern Tiefe einen schlechten Sauerstoffgehalt fest. Deshalb versorgten sie den Uhu zunächst über lange Schläuche mit Atemluft. Es sei ein Wunder, dass er dort unten überhaupt überlebt hat, sagte ein Feuerwehrmann. Wie lange der Vogel dort unten bereits hockte, ist unklar. Er wurde zufällig von einem Spaziergänger entdeckt. Dieser hörte Laute aus dem stillgelegten Brunnen und alarmierte die Feuerwehr.

Helfer seilt sich ab

Ein THW-Helfer seilt sich in einen Brunnen am Kalkberg bei Bad Segeberg ab. © Kreisfeuerwehrverband Segeberg
Helfer vom THW seilen sich in den Brunnnen am Kalkberg ab.

Um den Uhu aus seiner misslichen Lage zu befreien, musste sich ein Helfer des THW doppelt gesichert die rund 40 Meter in die Tiefe abseilen. Am Boden des ausgetrockneten Brunnens fing er den Uhu mit einem Netz ein, die Einsatzkräfte zogen ihn und den Vogel dann gemeinsam nach oben. Die ganze Aktion dauerte dreieinhalb Stunden - in den internationalen Medien gingen die Einsatzkräfte danach mit ihrer Rettungsaktion als die "Firefighters" aus Bad Segeberg ein.

Uhu ist wieder bei seiner Familie

Ein junger Uhu sitzt vor seiner Höhle in einem Felsen. © NDR
Die Rettungsaktion dieses Uhus in Bad Segeberg sorgt für internationale Schlagzeilen.

Im April war der Uhu am Kalkberg geschlüpft und ist eines von drei Jungtieren dort. Nach der Rettung kam er zur Kontrolle in den Wildtierpark Eekholt. Die Tierpflegerin stellte keine Verletzungen fest und päppelte den Jungvogel etwas auf. So kam seine Auswilderung schneller als gedacht. Als die Tierpflegerin den kleinen Uhu aus seiner Transportkiste holte, fauchte er sie und das Medienaufgebot um ihn herum an. Der ganze Rummel war ihm offensichtlich nicht geheuer, so dass er - erneut ein wenig unbeholfen - wieder zurück auf den Kalkberg flog. Dort verschwand er in eine Höhle.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 29.07.2020 | 18:00 Uhr

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