Stand: 12.04.2019 16:57 Uhr

Senvion: Sind die Arbeitsplätze noch zu retten?

Beim insolventen Windanlagenbauer Senvion tickt die Uhr. Es bleiben nur wenigen Monate Zeit das Unternehmen und die rund 1.000 Arbeitsplätze in Osterrönfeld und Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) zu retten. Das ist bei einem Krisentreffen zwischen Unternehmensführung, Betriebsrat und IG Metall im Besenbinderhof in Hamburg deutlich geworden.

"Stimmung gedrückt"

Es sei ein offenes Gespräch gewesen. Die Gewerkschaft habe sehr deutlich gemacht, dass Senvion als Ganzes erhalten bleiben müsse, Unternehmensbereiche also nicht zerschlagen werden dürften, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Geicken nach dem Treffen. Ob Arbeitsplätze abgebaut werden müssten, darauf habe es keine Antworten gegeben, so Geiken. Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Bernhard Band, sprach davon, dass die Stimmung der Mitarbeiter gedrückt, aber nicht verzweifelt sei.

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Die Senvion-Beschäftigten bekommen bis Ende Juni von der Bundesagentur für Arbeit Insolvenzgeld, danach ist Schluss. Bis Ende Juni braucht das Unternehmen dringend frisches Geld von Investoren. Es geht nach Ansicht von Brancheninsidern um bis zu 100 Millionen Euro.

Experten: Zu wenig investiert

Senvion hatte wegen Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Unternehmens Insolvenz in Eigenverantwortung beantragt. Nach Ansicht von Branchenexperten ist Senvion nicht allein wegen der veränderten Rahmenbedingungen auf dem Markt in Schwierigkeiten geraten. Das Unternehmen habe auch zu wenig investiert, um auf den Auslandsmärkten eine starke Position zu erringen.

1.000 Mitarbeiter in Schleswig-Holstein

Der Windanlagenbauer hat weltweit etwa 4.000 Mitarbeiter. Der deutsche Verwaltungshauptsitz von Senvion ist in Hamburg. In Schleswig-Holstein hat das Unternehmen laut IG Metall Küste knapp 1.000 Mitarbeiter. Sie sind hauptsächlich an den Standorten Osterrönfeld (Entwicklung) und Büdelsdorf (Service) beschäftigt. Und obwohl das Werk in Husum bereits geschlossen wurde, sind auch dort noch einige Mitarbeiter vor Ort. In Hamburg sind etwa 500 Beschäftigte betroffen. Außerdem befindet sich ein weiterer Standort in Bremerhaven. Dort arbeiten derzeit etwa 230 Menschen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.04.2019 | 17:00 Uhr

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