Eine Person schiebt ein Krankenhausbett über einen Flur © Colourbox Foto: Syda Productions
Eine Person schiebt ein Krankenhausbett über einen Flur © Colourbox Foto: Syda Productions
Eine Person schiebt ein Krankenhausbett über einen Flur © Colourbox Foto: Syda Productions
AUDIO: Offener Brief aus Nordfriesland: Warnung vor Krankenhaussterben (1 Min)

Nordfrieslands Landrat warnt vor "Bankrott des Gesundheitswesens"

Stand: 10.01.2023 18:05 Uhr

Der Landrat, der Kreispräsident und die Leitung des Klinikums Nordfriesland warnen vor einem flächendeckenden Krankenhaus-Sterben. In einem offenen Brief an die Bundesregierung fordern sie sofortiges Handeln.

Die Imland Kliniken in Rendsburg und Eckernförde und auch das Diako Krankenhaus in Flensburg sind bereits insolvent. Sie müssen nun dringend sparen, um mithilfe von Sanierungskonzepten zu überleben. Ein Schicksal, welches auch das Klinikum Nordfriesland ereilen würde, wenn der Landkreis das Krankenhaus nicht jährlich mit mehreren Millionen Euro unterstützen würde.

So steht es in einem offenen Brief, den Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (CDU), Kreispräsident Manfred Uekermann (CDU) und Klinikleiter Stephan Unger Anfang der Woche unterzeichnet haben.

Weitere Informationen
Eine Pflegekraft misst bei Bewohnerin einer Pflegeeinrichtung den Blutdruck. © picture alliance/dpa Foto: Britta Pedersen

Pflegehelfer in SH entschärfen Pflegenotstand

In diesem Jahr planen die Kliniken im Land mit knapp 300 Ausbildungsplätzen. Die Pflegehelfer entlasten viele Krankenhäuser. mehr

"Finanzielle Hilfen und Krankenhausreform können nicht warten"

Doch es sei nicht nur das Geld, welches für die Kliniken zur Bedrohung werde. "Viele der Mitarbeitenden in unserem Klinikum verlassen ausgebrannt und frustriert das Gesundheitswesen", heißt es im offenen Brief. Die Personalnot sei auch wegen eines extrem hohen Krankenstandes immens. Insgesamt befinde sich das deutsche Gesundheitswesen in einer katastrophalen Situation.

Kreispolitiker und Klinikleitung fordern deshalb in ihrem Schreiben ein sofortigen Handeln der Bundesregierung, damit es nicht zu einem flächendeckenden Sterben von Krankenhäusern komme. Das betreffe kurzfristige Hilfe für die steigenden Kosten, aber auch die geplante "große Krankenhausreform". Für langwierige Diskussionen und ein langsames parlamentarisches Verfahren ist nach Ansicht der Verfasser des Offenen Briefes keine Zeit mehr.

Weitere Informationen
Außenansicht Schild der Imland Klinik in Rendsburg © Andrea Schmidt Foto: Andrea Schmidt

Zukunft der Imland-Kliniken: Umsetzung des Bürgerentscheids abgelehnt

Bürgerinnen und Bürger hatten dafür gestimmt, die beiden Standorte in ihrer ursprünglichen Form zu erhalten. Das ist laut Landeskrankenhaus-Ausschuss nicht möglich. mehr

Flensburg, Krankenhaus, Diako © NDR.de Foto: Jörn Zahlmann

Diako-Stellenabbau in Flensburg: Zwischen Leid und Hoffnung

Hiobsbotschaft mit Ansage: Der Stellenabbau im Diako-Krankenhaus sorgt für viel Betroffenheit, aber wenig Überraschung. mehr

Der Plenarsaal des schleswig-holsteinischen Landtags © NDR Foto: Eric Klitzke

Landtag SH diskutiert über Krankenhäuser in der Krise

Die Opposition und die schwarz-grüne Regierung diskutieren unter anderem über die finanzielle Entlastung der Krankenhäuser im Land. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.01.2023 | 17:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Ein Ausschuss tagt in NRW. © NDR

Brokstedt: Behörden in SH wussten von Straftaten des mutmaßlichen Täters

Nach der tödlichen Messerattacke in einem Regionalzug stellt sich die Frage: Müssen Bundesländer mehr Infos über Straftäter austauschen? mehr

Videos