Flatterband mit der Aufschrift: "Polizeibasperrung". © fotolia Foto: VRD

Nach spektakulärem Einbruch in Norderstedt: 55.000 Euro Belohnung

Stand: 06.12.2021 12:56 Uhr

Mit einem Kernbohrer hatten sich unbekannte Täter im August Zugang zu einer Haspa-Filiale in Norderstedt verschafft. Nun sucht die Polizei mit Phantombildern nach den mutmaßlichen Tätern und hat eine Belohnung ausgesetzt.

Vier Monate nach dem spektakulären Einbruch in eine Norderstedter Bankfiliale werden die Täter weiter gesucht. Polizei, Staatsanwaltschaft Kiel und die Hamburger Sparkasse (Haspa) haben nun 55.000 Euro Belohnung für Hinweise, die zu den Tätern führen, ausgelobt. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte außerdem Phantombilder und Bilder aus Überwachungskameras. Bei dem Einbruch im August war ein Schaden in Millionenhöhe entstanden.

Die Täter hatten eine Wohnung über dem Tresorraum der Sparkasse angemietet und waren von dort aus unbemerkt mit einer Kernbohrung zu den Schließfächern gelangt. Sie brachen mehr als 600 Fächer auf. In der Wohnung wurde später Feuer gelegt.

Phantombild zeigt angeblichen Vertreter des Mieters

Neuesten Erkenntnissen der Polizei zufolge wurde die Wohnung bereits im Mai angemietet - also rund drei Monate vor der Tat. Die Hausverwaltung hatte allerdings nie direkten Kontakt zu dem Mieter. Außerdem ist laut Polizei nun klar, dass es die Person, die sich als Mieter ausgab, nicht gibt. Ein Vertreter hatte die Schlüssel damals entgegengenommen. Nach ihm wird nun mittels Phantombild gesucht.

Bilder von Überwachungskameras zeigen unter anderem einen Mann, der sich schon ein Jahr vor dem Einbruch auffällig lange vor dem Tresorraum der Haspa aufgehalten hatte. Eine Bankmitarbeiterin konnte sich daran erinnern. Außerdem gibt es Aufnahmen eines anderen Mannes, der am Tatwochenende in einem Rewe in der Nähe einkaufen war. Der Mann kam aus einer Tiefgarage, in der die Täter wahrscheinlich ihren Fluchtwagen abgestellt hatten.

"Aktenzeichen XY...ungelöst" berichtet am Mittwoch

Miete und Kaution für die Wohnung wurden immer bar bezahlt. Daher ist auch unklar, woher das Geld kam. Die Ermittler prüfen den Angaben zufolge Parallelen zu anderen, gleich gelagerten Taten in Deutschland. Bei einigen in der Vorgehensweise ähnlichen Fällen führe die Spur nach Berlin.

Der Fall soll laut Staatsanwaltschaft in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" am kommenden Mittwoch aufgegriffen werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.12.2021 | 12:00 Uhr

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