Stand: 25.08.2022 19:50 Uhr

NDR: Keine politische Einflussnahme auf unsere Programme

Der NDR in Schleswig-Holstein sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Es wird ihm vorgeworfen, über die Umstände des Rücktritts vom damaligen Innenminister Hans-Joachim Grote politisch einseitig berichtet zu haben. Im Haus soll es politische Filter geben, die eine für die Regierung unliebsame Berichterstattung verhindern sollen. Dies weist der NDR entschieden zurück.

Norbert Lorentzen, Chefredakteur des NDR Landesfunkhauses Schleswig-Holstein © NDR Foto: Gino Laib
Norbert Lorentzen, Chefredakteur NDR Schleswig-Holstein

Norbert Lorentzen, Chefredakteur von NDR Schleswig-Holstein: "Im Kern ging es um ein mögliches Interview einige Tage nach dem Rücktritt des Ministers. Es gab widersprüchliche Aussagen zu einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Ministerpräsidenten Daniel Günther. Um die Wahrheit herauszubekommen, hatte einer unserer Mitarbeiter vorgeschlagen, ein Interview mit dem zurückgetretenen Minister zu führen. Nach Einschätzung der Redaktion war es für ein solches Interview noch zu früh. Wir wollten zunächst die Recherche fortsetzen.

Diese Entscheidung fand der Mitarbeiter falsch und hat deshalb den Redaktionsausschuss angerufen, um den Konflikt aufzuarbeiten. Das ist sein gutes Recht.

Auch wenn nicht in allen Punkten ein Konsens erzielt werden konnte, hat der Redaktionsausschuss festgestellt: Der Verdacht, dass eine politische Motivation hinter der Absage des Interviews stehen könnte, macht sich der Redaktionsausschuss nicht zu eigen. Auch wir weisen den Vorwurf politischer Einflussnahme auf unsere Programme entschieden zurück."

VIDEO: NDR Chefredakteur: Es gibt bei uns im Haus keine politischen Filter (1 Min)

Landesrundfunkrat: "NDR hat uns alle notwendigen Informationen zugesagt"

Mitglied des Rundfunkrats Schleswig-Holstein, Laura Pooth. © NDR Foto: Cordula Kropke
Laura Pooth, Vorsitzende des NDR Landesrundfunkrates Schleswig-Holstein.

Laura Pooth, die Vorsitzende des zuständigen Aufsichtsgremiums, des NDR Landesrundfunkrates Schleswig-Holstein, erklärte dazu: "Wir werden uns sehr kurzfristig mit den - in der Berichterstattung - erhobenen Vorwürfen befassen. Die Verantwortlichen des NDR in Schleswig-Holstein haben uns dazu alle notwendigen Informationen und Auskünfte zugesagt. Sobald es Ergebnisse gibt, werden wir diese kommunizieren."

Wir haben unsere Berichterstattung zum Grote-Rücktritt im Jahr 2020 in einem Dossier zusammengestellt. Hier finden Sie Videos, Audios und Artikel dazu.

Dossier
Das Landesfunkhaus des NDR in Kiel in der Morgendämmerung © NDR/ Foto: Christian Spielmann

Die NDR Berichterstattung zum Grote-Rücktritt

In einem Medienbericht werden schwere Vorwürfe gegen den NDR Schleswig-Holstein erhoben. Der NDR stellt die damalige Berichterstattung zur Verfügung. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 25.08.2022 | 19:30 Uhr

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