Stand: 18.03.2019 16:53 Uhr

160-Millionen-Euro-Pläne für die Marschbahn

160 Millionen Euro will die Deutsche Bahn in Gleise, Weichen, Bahnübergänge und Signaltechnik der Marschbahn investieren.

Von den Problemen auf der Marschbahn können viele Pendler und Bahnreisende ein Lied singen: Verspätungen und Zugausfälle prägen die Strecke zwischen Westerland auf Sylt und Hamburg-Altona seit vielen Monaten. Auf die Forderungen der Pendler und der Politik hat die Deutsche Bahn (DB) nun reagiert und am Montag in Husum (Kreis Nordfriesland) neue Pläne vorgestellt. Bis 2023 will das Unternehmen rund 160 Millionen Euro in die Verbesserung der Strecke investieren.

Reisende müssen sich auf Behinderungen einstellen

Das Geld soll auf knapp 200 Schienenkilometern in neue Gleise, 33 Weichen, drei Brücken, acht Bahnübergänge und die Erneuerung der Signaltechnik gesteckt werden. "Wurde aber auch Zeit", meint Achim Bonnichsen von der Sylter Pendlerinitiative. Denn immerhin sei Jahrzehnte nichts in die Strecke investiert worden. Doch bis Zugreisende endgültig davon profitieren können, müssen sie sich noch gedulden - und die Zähne zusammenbeißen: Die Bauarbeiten bringen notgedrungen auch Fahrplanänderungen. Und auch wenn die DB diese nach eigenen Angaben eng mit den Pendlervertretern, Touristikern und Unternehmensvertretern auf der Insel abgestimmt hat, müssen sich die Bahnpendler in der kommenden Zeit auf Behinderungen einstellen.

Bauarbeiten in Etappen geplant

In diesem Jahr ist der Teil zwischen Husum und Westerland dran, konkret handelt es sich um ein Teilstück bei Bredstedt (Kreis Nordfriesland): Auf den knapp drei Kilometern bei Bredstedt sollen etwa 4.900 Schwellen erneuert werden. Darüber hinaus bekommen Bredstedt und Breklum insgesamt drei neue Brücken. Bereits Ende März sollen diese ersten Arbeiten starten, danach soll es in Etappen weitergehen. Um den Verkehr auf der Strecke nicht zu sehr zu belasten, soll auch nachts gearbeitet werden. Darüber hinaus werde versucht, Überlagerungen mit Ferienzeiten zu vermeiden, heißt es seitens der DB. "Für Urlauber und Sylt-Pendler sollen die Einschränkungen so gering wie möglich ausfallen", sagte Verkehrsmanager Christopher Ströh. Zweigleisige Stücke der Strecke sollen demnach auch nicht total gesperrt werden, damit der Verkehr eingleisig aufrecht erhalten werden kann.

Einschränkungen beim Zugverkehr ab 30. März

Die Arbeiten, die am 30. März um 22 Uhr beginnen und bis zum 8. April um 4 Uhr morgens dauern sollen, bringen laut DB zwischen Husum und Westerland eine Verzögerung von rund einer halben Stunde mit. Im Regionalverkehr fahren die Züge ab Sylt dementsprechend 30 Minuten vor der gewohnten Abfahrtszeit los. Ab Husum liefe der Verkehr wieder nach Plan. Die Linie RB62 ist den Informationen nach von der Baustelle nicht betroffen.

Nach Angaben der DB fahren vom 5. bis 7. April keine Züge zwischen Niebüll/Bredstedt und Husum. Fahrgäste müssten dann auf Busse umsteigen. Die Züge des "Sylt Shuttle plus" und die Autozüge des "Sylt Shuttle" würden in dieser Zeit nur zwischen Westerland auf Sylt und Niebüll fahren, teilte die DB mit. IC-Züge des Fernverkehrs zwischen Hamburg und Sylt fahren demnach nicht.

Individuelle Informationen finden Sie auf der Seite der Deutschen Bahn.

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Dieses Thema im Programm:

Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.03.2019 | 15:00 Uhr

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