Die Sonne scheint auf den Eingangsbereich am Landgericht Kiel. © picture alliance/dpa Foto: Frank Molter

Lebenslange Haft für Rendsburger Frauenmörder

Stand: 16.09.2021 16:33 Uhr

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 41-jährige Angeklagte zwei Frauen ermordet hat. Neben der Haftstrafe wurde auch Sicherungsverwahrung für ihn angeordnet.

Für den Mord an zwei Frauen in Rendsburg muss ein 41-jähriger Mann lebenslang in Haft. Das hat das Kieler Schwurgericht am Donnerstagnachmittag entschieden. Zusätzlich stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete Sicherungsverwahrung an.

Urteil entspricht Plädoyer der Staatsanwaltschaft

Laut Anklage tötete der Mann im August 2018 zunächst eine 26-jährige Frau aus Geesthacht und im September 2020 eine 40-Jährige "zur Befriedigung des Geschlechtstriebes, aus Habgier und heimtückisch". Der Angeklagte soll die als Prostituierte arbeitenden Frauen misshandelt, mit Nylon gefesselt und einer Plastiktüte über dem Kopf umgebracht haben.

Das Gericht folgte mit dem Urteil der Forderung von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Der Verteidiger hatte eine zeitlich befristete Haft beantragt - das hätte maximal 15 Jahre bedeutet. Außerdem sollte sein Mandant in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden, so die Forderung des Anwalts.

Gutachterin stellte Widersprüche fest

Der 41-Jährige hatte im gesamten Prozess geschwiegen. Gegenüber der Gutachterin bestritt er die Taten, er sei kein Mörder, berichtete die Fachärztin im öffentlichen Teil ihres Gutachtens. Sie stellte demnach aber eine Vielzahl von Widersprüchen fest. Für sado-masochistische Sex-Praktiken war der Angeklagte der Beweisaufnahme zufolge auf Foren für Fußfetischisten unterwegs. Nach Angaben einer Zeugin forderte er dort Fesselungs- und Drosselungspraktiken, die an Mord grenzten - er als "Gebieter", die Frauen als seine "Sklavinnenschulmädchen".

Erstes Opfer erst nach zwei Jahren tot entdeckt

Die Leiche der 26-Jährigen aus Geesthacht, die von Angehörigen als vermisst gemeldet worden war, wurde durch eine Polizeipanne erst zwei Jahre später gefunden. Nach dem zweiten Mord fanden Ermittler die Frau auf dem Dachboden des Angeklagten. Das zweite Opfer, die 40-Jährige, entdeckte ein Bekannter von ihr tot in ihrer Wohnung. Lebend fand er nur ihren kleinen Hund. Das Tier war im Bad eingeschlossen worden. Der Angeklagte war als ihr letzter Freier ermittelt worden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.09.2021 | 15:00 Uhr

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