Schienenerneuerungen Marschbahn

Bahnstrecke nach Sylt: Landtag für schnellen Umstieg auf Strom

Stand: 27.08.2021 12:21 Uhr

Die Landesregierung will die Elektrifizierung der Strecke zwischen Itzehoe und Westerland zügig voranbringen. Dafür braucht das Land auch Geld vom Bund.

Für Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) ist die Elektrifizierung im Land besonders überfällig. Er sagte im Landtag, dass Deutschland im europäischen Vergleich mit 60 Prozent hinterherhinke. Schleswig-Holstein sei mit 30 Prozent elektrischen Strecken völlig hinten an. Auf den meisten Bahnlinien gibt es laut Buchholz zwar klimaschonende Alternativen wie batteriebetriebene Züge. Das funktioniere aber nicht auf der Marschbahnstrecke, weil die Autozüge dafür zu schwer seien. Nach seiner Ansicht müssen Oberleitungen her.

Jamaika-Koalition von Umstieg auf Strom überzeugt

Die Regierungsfraktionen sind sich einig, dass eine Elektrifizierung die Strecke außerdem schneller, billiger, besser fürs Klima und leiser machen. Das Land der Energiewende habe mit einem Anteil von nur 29 Prozent die rote Laterne, sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Andreas Tietze . "Ich finde das schon krass." Sein CDU-Kollege Lukas Kilian stellte klar: "Wir wollen alle die Elektrifizierung auf jeder möglichen Strecke." Klare Priorität für die Jamaika-Koalition hat aber die wichtige Strecke von Itzehoe nach Sylt, die sogenannte Marschbahn.

90 Prozent der Kosten soll der Bund übernehmen

Buchholz will mit Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) über eine beschleunigte Planung auf dem 120 Kilometer langen Abschnitt nach Sylt sprechen. Das würde die Dauer des Ausbaus auf drei bis vier Jahre verkürzen, so Buchholz. Dabei soll eine Gesetzesänderung helfen, wonach unter bestimmten Voraussetzungen auf lange Planfeststellungsverfahren verzichtet werden kann. Die Kosten für den Ausbau betragen schätzungsweise rund 400 Millionen Euro. 90 Prozent davon übernimmt der Bund, das Land 40 Millionen Euro. Langfristig gebe es Einsparungen in Höhe von acht Millionen Euro im Jahr, wie Buchholz sagte.

Elektrifizierung der Marschbahn bis 2030

Die Sozialdemokraten haben sich zudem für einen zweigleisigen Ausbau und eine Elektrifizierung der Bahnstrecke von Neumünster nach Bad Oldesloe ausgesprochen. Die niedrige Elektrifizierungsquote sei ein Armutszeugnis, sagte SPD-Verkehrspolitiker Kai Vogel. In der laufenden Wahlperiode sei bislang nichts passiert.

Nach Angaben von Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) könnte der Bahnverkehr im Norden 2030 komplett dieselfrei laufen. Möglich machen sollen das der Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke von Itzehoe nach Sylt und der geplante landesweite Einsatz von 55 Batterie-Zügen auf Nebenstrecken.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.08.2021 | 12:00 Uhr

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