Svenja Warnke, ehrenamtliches Mitglied des Grabungsteams, zeigt den Gehörknochen eines rund 11 Millionen Jahre alten Urzeitwals, den sie in der Tongrube Pampau gefunden haben. © dpa Foto: Markus Scholz

Groß Pampau: Elf Millionen Jahre alter Urzeitwal gefunden

Stand: 17.07.2021 10:45 Uhr

In der Tongrube Groß Pampau (Kreis Herzogtum Lauenburg) hat ein Grabungsteam Knochen eines rund 11 Millionen Jahre alten Urzeitwals gefunden. Dabei sollen es sich laut Grabungsleiter um Gehörknochen und Teile des Gehirnschädels handeln.

Die Tongrube in Groß Pampau ist immer wieder für Überraschungen gut. Und einem Grabungsteam ist dort jetzt wieder ein bedeutender Fund gelungen. In rund 500 Tonnen Abraum entdeckte das Team den Gehörknochen und Teile des Gehirnschädels eines rund elf Millionen Jahre alten Urzeitwals.

"Das war ein absoluter Glücksfall, den nur wenige Zentimeter langen Gehörknochen in dem Lehmhaufen zu entdecken", schilderte Finderin Svenja Warnke der Deutschen Presse-Agentur. Der Fund sei von besonderer Bedeutung, weil sich mithilfe des Gehörknochens die Walart bestimmen lasse, sagte Grabungsleiter Gerhard Höpfner. "Wir gehen davon aus, dass es sich hier um eine bislang unbekannte Art handelt," so Gerhard Höpfner.

Elf Millionen alte Lederschildkröte und urzeitliche Haie

Seit mehr als 30 Jahren gehen Höpfner und seine ehrenamtlichen Mitstreiter in der Tongrube östlich von Hamburg regelmäßig auf die Suche nach paläontologischen Funden. Dort werden immer wieder Skelette von urzeitlichen Haien, Walen und anderen Meeresbewohnern gefunden. Die Teammitglieder gehen davon aus, dass sie dort noch mindestens zehn Jahre lang weitere Schätze finden werden.

In der Grube wird Ton für Deponieabdichtungen abgebaut. Zuvor waren dort unter anderem die Überreste einer rund elf Millionen Jahre alten Lederschildkröte und eines Riesenhais gefunden worden. Auch Reste einer rund elf Millionen Jahre alten Ur-Robbe wurden in Groß Pampau bereits gefunden.

Geologische Besonderheit

Grund für den Fundreichtum der Grube ist nach Angaben des Grabungsleiters eine geologische Besonderheit: Ein unterirdischer Salzstock drücke den ehemaligen Meeresboden der Ur-Nordsee langsam aber sicher nach oben, erläutert Hampe. Deshalb liege diese Schicht hier nur wenige Meter unter der Erdoberfläche. "Die gewaltigen Gletscher der vergangenen Eiszeiten haben die Skelettteile allerdings zermahlen und verstreut", sagt Hampe.

Deshalb ist bei der Bergung der Skelettteile besondere Sorgfalt erforderlich. Danach werden die Knochen gesäubert und von Höpfner in seinem Lübecker Wohnhaus präpariert. "Das ist ein riesiges Puzzle, allein für die Aufbereitung des Schädels benötige ich rund 250 Arbeitsstunden", sagte er. 

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.07.2021 | 08:30 Uhr

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