Stand: 10.09.2019 15:05 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Endspurt beim Bau der Stromtrasse "NordLink"

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Bauarbeiter überwachen das Einziehen des Erdkabels in Leerröhren, die von Warewort bis nach Büsum führen.

Die Stromtrasse "NordLink" kostet rund zwei Milliarden Euro und soll dem Austausch erneuerbaren Energien zwischen Deutschland und Norwegen dienen. Nach einem erfolgreichen ersten Test geht der Bau jetzt in die Endphase. Das Seekabel verläuft bereits auf dem Grund der Nordsee vom norwegischen Tonstad bis nach Büsum (Kreis Dithmarschen). Nun müssen Techniker weitere Kabel im Binnenland verlegen, um so das Umspannwerk in der Wilstermarsch mit der Offshore-Leitung zu verbinden.

Solar- und Windstrom im Tausch für Strom aus Wasserkraft

Mit der Trasse will der Bund künftig regenerativen Strom aus Wasserkraftwerken aus Norwegen importieren. Im Gegenzug will der deutsche Netzbetreiber Tennet überschüssige Wind- und Solarenergie in das norwegische Stromnetz einspeisen. Das Landkabel der Trasse wiegt etwa 70 Tonnen. Durch einen drei Meter breiten Graben in Warewort (Kreis Ditmarschen) wird es von einer Kabeltrommel abgewickelt. Eine Winde zieht es durch Leerrohre bis zu einer Bohrung im Deich von Büsum. Dort wird die Landleitung mit der 500 Kilometer Offshore-Trasse verbunden.

Erster Test war erfolgreich

Das Seekabel hatte Netzbetreiber Tennet in der vergangenen Woche unter Strom gesetzt. Das war der bisher erste und einzige Test. Projektleiter Robert Heusel spricht von einem Meilenstein: "Im wahrsten Sinne des Wortes achtet man darauf: Geht jetzt endlich das Licht an? Und dann leuchten nicht nur die Bildschirme, sondern auch die Augen der Leute. Das war ein Riesenapplaus."

Ab 2020 soll der Strom fließen

Netzbetreiber Tennet will das Landkabel bis Jahresende zum Umspannwerk bei Wilster (Kreis Steinburg) verlegt haben. 2020 soll dann Strom zwischen Deutschland und Norwegen über die NordLink-Trasse fließen. Die Trasse hat eine Kapazität von 1.400 Megawatt und kann rechnerisch mehr als 3,6 Millionen deutsche Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen. Das entspricht in etwa der Einspeiseleistung von 466 Windkraftanlagen zu je 3 Megawatt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version haben wir geschrieben, "der Bund wolle künftig Solarstrom aus Norwegen importieren". Da ist uns leider ein Fehler unterlaufen: Strom aus deutschen Windkraft- und Solaranlagen soll nach Norwegen exportiert und regenerativer Strom aus Wasserkraft im Gegenzug importiert werden.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.09.2019 | 15:00 Uhr

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