Stand: 27.04.2020 20:05 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Mehr Zeit zum Ausmisten - mehr illegale Müllkippen

Seit einigen Wochen stellen Unternehmen der Abfallwirtschaft fest: Es wird mehr Müll illegal entsorgt als vorher. Viele Menschen nutzen gerade die Zeit, um zu Hause auszumisten. Aber viele Recyclinghöfe haben noch zu, und bei denen, die offen haben, muss man teilweise mehrere Stunden einkalkulieren - so hoch ist der Andrang nach der Zeit der Schließung wegen des Coronavirus. Und nicht alle nutzen die dafür vorgesehenen Wege zur Entsorgung: Sperrmüll wird einfach irgendwo abgestellt.

Entsorgungsarbeiter: "Man kommt kaum dagegen an"

Im Kreis Pinneberg tauchen gerade auffällig viele dieser wilden Müllkippen auf - zum Beispiel in Elmshorn. Die Mitarbeiter der Müllentsorgung müssen sie wegräumen. Lars Eschenbach ist einer davon, und mit seinen Kollegen von der Gesellschaft für Abfallwirtschaft (GAB) muss er dreimal in der Woche mit einem Lkw losfahren, um den illegal abgestellten Müll zu entsorgen. "Es ist traurig, dass die Menschen so handeln. Dafür gibt's Plätze, wo man das ablegen kann", sagt Eschenbach mit ungläubiger Stimme. Eine Alternative zum Selbstabliefern beim Recyclinghof sei, einfach den Sperrmüll anzumelden und rauszustellen. Dann werde er abgeholt. "Trotzdem lagern die das hier so ab", sagt er, "ohne Skrupel. Einfach traurig." Dass die Menschen momentan mehr Zeit zu Hause verbrächten und ausmisten, das merkten sie bei der GAB. "Es ist mehr geworden, definitiv", weiß der Entsorgungsarbeiter. "Man kommt kaum dagegen an."

Wenige Stunden später: Schon wieder wurde Müll unerlaubt abgelegt

Bevor der Lkw der Abfallentsorgung vorfährt, gibt es Kollegen, die auf dem Lastenrad die 44 Standplätze von Glas- oder Papiersammelstellen in Elmshorn abfahren, vorsortieren und Bericht erstatten. "Wenn da einzelne Tüten liegen, nehme ich die meist mit", erklärt Heiko Klose, einer der "Tatortreiniger", wie die Fahrradkollegen in der GAB bezeichnet werden. "Außer wenn das so schwer ist, oder wenn Glas drin ist. Dann lasse ich das da, mache ein Foto und das schicke ich dann rüber." Daraufhin kommen seine Kollegen mit dem Lkw und laden den Unrat ein. Doch an manchen Tagen scheint es kein Ende zu nehmen: Kommen die Leute von der Abfallentsorgung nach wenige Stunden wieder, nachdem sie einen Standort von dem unerlaubt abgelegten Unrat gesäubert haben, liegt oft wieder neuer da.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 27.04.2020 | 19:30 Uhr

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