Eine Hand wirft einen Zettel in einen Schlitz. © picture alliance / dpa Foto: Uwe Anspach

Bürgerentscheide in SH bedeuten das Ende für fünf Projekte

Stand: 27.09.2021 10:19 Uhr

In mehreren Gemeinden Schleswig-Holsteins haben die Bürgerinnen und Bürger am Sonntag nicht nur über die Zusammensetzung des nächsten Bundestages abgestimmt, sondern auch über geplante Vorhaben vor ihrer Haustür.

In Osterhever und Oldenswort im Kreis Nordfriesland und in Geschendorf im Kreis Segeberg wollten private Investoren Freiflächensolaranlagen am Rand der Ortschaften errichten. Die Entscheidungen darüber wollten die Gemeindevertreter aber nicht allein fällen - in allen drei Orten haben sich die Bürger gegen die Planungen ausgesprochen.

Kein neues Baugebiet in Fleckeby

In der Gemeinde Fleckeby (Kreis Rendsburg-Eckernförde) sollte ein neues Baugebiet entstehen, 24 zusätzliche Wohnungen sollten dort gebaut werden. Und auch hierzu wurden die Bürger befragt. Ergebnis: Das Projekt ist gekippt, mit 707 Stimmberechtigten war eine Mehrheit dafür, die Pläne für das Baugebiet nicht weiter zu verfolgen.

VIDEO: Bürgerentscheide in SH: Historie, Hürden, Möglichkeiten (5 Min)

Kein Ruheforst in Dänisch-Nienhof

Eine Pleite musste auch ein Waldbesitzer in Dänisch-Nienhof einstecken: In seinem 15 Hektar großen Waldstück wollte er einen Ruheforst errichten, in dem bis zu 10.000 Urnengräber Platz finden sollten. Wegen des großen Protests gegen das Projekt kam es zu einem Bürgerentscheid. Rund 1.200 Wahlberechtigte stimmten gegen die Pläne.

Großprojekt Störschleife in Itzehoe

Das 14-Millionen-Euro-Projekt der neuen Störschleife in Itzehoe (Kreis Steinburg) kann dagegen weiter vorangetrieben werden. Rund 7.700 Stimmberechtigte ließen daran am Sonntagabend keinen Zweifel mehr. Früher führte der Fluss durch die Stadt, später wurde der Flusslauf aus der Innenstadt herausgehalten. Der Plan ist nun, zumindest das Flair der Störschleife wieder in die Stadt zurückzuholen, eine Anbindung an die Stör soll es nicht geben.

Befürworter hoffen darauf, dass so die Innenstadt von Itzehoe wieder attraktiver wird. Gegner befürchteten, dass von dem stehenden Gewässer eine Geruchsbelästigung ausgehen könnte.

Dahmer Schwimmbad könnte in Betrieb genommen werden

In Dahme (Kreis Ostholstein) sprach sich mit 426 Stimmberechtigten eine Mehrheit dafür aus, dass das Schwimmbad in der Gemeinde wieder in Betrieb genommen wird, sofern sich ein Investor bereit erklärt, die Baukosten zu tragen und den Betrieb zu finanzieren. Für die ursprünglich angedachte Sanierung hatte die Gemeinde Dahme im Vergabeverfahren keinen Bewerber gefunden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.09.2021 | 06:00 Uhr

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