Stand: 12.12.2019 07:38 Uhr  - NDR Info

Bahngipfel zu Zugausfällen: Frist für Nordwestbahn

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Fahrgäste beklagen seit Langem die Unzuverlässigkeit der Nordwestbahn. (Archivbild)

Seit mehr als zwei Jahren gibt es Kritik an der Nordwestbahn: verspätete Bahnen, Zugausfälle. Ein häufiger Grund für nicht pünktliche Fahrten ist fehlendes Personal. Am Mittwochabend gab es in Wilhelmshaven deshalb einen Krisengipfel. Der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband (AWV) Jade hatte Vertreter und Bürgermeister der betroffenen Landkreise Friesland und Wittmund sowie Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) eingeladen. Das Ergebnis: Der Druck auf die Nordwestbahn erhöht sich. Ohne schnelle Verbesserungen im Bahnbetrieb stünden die Verträge mit dem Unternehmen auf der Kippe, hieß es in Wilhelmshaven.

Arbeitgeber machen Druck auf Nordwestbahn

Hallo Niedersachsen -

Seit zwei Jahren bemängeln Pendler die ständigen Zugausfälle bei der Nordwestbahn. Nun stellen auch die Arbeitgeber in Frage, ob es noch der richtige Vertragspartner ist.

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Frist bis Ende März, sonst droht erneut Strafe

Bis Ende März würden deutliche Veränderungen erwartet, ansonsten könne es eine Abmahnung an den Mutterkonzern Transdev geben - es wäre bereits die zweite, hieß es weiter. Das Unternehmen könnte dann von künftigen Ausschreibungen ausgeschlossen werden. Minister Lies kritisierte, dass die Nordwestbahn offenbar lieber die Strafen auf der kürzesten Strecke bezahle und die südliche und längere Verbindung nach Osnabrück beziehungsweise nach Bremen pflege. Im äußersten Nordwesten würden auffällig viele Züge komplett ausfallen.

AWV: Nur 600 von 20.000 Pendlern fahren Bahn

Eine zuverlässige Bahnanbindung sei zwingend notwendig für die Region mit rund 45.000 Arbeitsplätzen, sagte ein Sprecher des AWV Jade. 20.000 Pendler seien dort täglich unterwegs. Lediglich 600 von ihnen nutzten die Bahn, weil sie diese für äußerst unzuverlässig hielten. Der Kreistag Friesland fordert in einer Resolution, dass ab 2023 wie geplant der Regionalexpress der Bahn, aber später auch ein Intercity bis Wilhelmshaven fährt. Dann ist die Strecke für rund eine Milliarde Euro elektrifiziert und komplett zweigleisig ausgebaut.

Laut Nordwestbahn liegen Probleme in der Infrastruktur

Bei der Nordwestbahn, die vermutlich ab Ende 2021 das S-Bahn-Netz in der Region Hannover übernimmt, sieht man die Deutsche Bahn AG als Betreiberin des Streckennetzes in der Pflicht. Die Ursache für verspätete Züge liege in der Bahn-Infrastruktur begründet, heißt es. Unter anderem seien Signale, Bahnübergänge und Weichen häufig gestört.

Die Nordwestbahn äußerte sich zunächst nicht zum Krisengipfel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 12.12.2019 | 08:00 Uhr

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