Stand: 28.08.2020 19:42 Uhr

Lüneburger protestieren gegen Coca-Cola-Brunnen

Menschen demonstrieren in Lüneburg gegen den Bau eines weiteren Brunnen von Coca-Cola. © NDR Foto: Marlene Kukral
Hunderte Menschen brachten in Lüneburg ihren Unmut über den geplanten Brunnen von Coca-Cola zum Ausdruck.

Mehrere Hundert Menschen haben am Freitagnachmittag in Lüneburg gegen einen neuen Wasser-Förderbrunnen des Getränkeherstellers Coca-Cola demonstriert. Sie fürchten um ihr Trinkwasser, denn der Getränke-Riese pumpt Grundwasser ab, um es dann in Flaschen der Marke "Vio" zu verkaufen. Das Unternehmen will künftig die jährliche Fördermenge verdoppeln - auf dann insgesamt 700 Millionen Liter Wasser. Dafür hat Coca-Cola einen dritten Brunnen beantragt und mit dem Bau in Reppenstedt bereits begonnen. Mit ihrem Protest auf dem Marktplatz wollen die Bürger jetzt Druck auf die Politik ausüben, das Vorhaben nicht zuzulassen.

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Viele Menschen protestieren auf dem Lüneburger Marktplatz.
2 Min

Neuer Coca-Cola-Brunnen sorgt für Ärger in Lüneburg

Der Getränke-Riese Coca-Cola pumpt bei Lüneburg Grundwasser ab, um es unter der Marke Vio zu verkaufen. Nun will das Unternehmen einen dritten Brunnen bauen. Dagegen gibt es Proteste. 2 Min

Grüne fordern klares Bekenntnis vom Rat

Bei einer Sitzung des Stadtrats wollten die Grünen am Donnerstag über das Thema diskutieren - doch ihr Eilantrag wurde abgelehnt. Wie der Fraktionsvorsitzende Ulrich Blanck im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen sagte, wollten die Grünen erreichen, dass sich der Stadtrat der Online-Petition "Unser Trinkwasser gehört uns - nicht Coca Cola" anschließt, die bereits knapp 80.000 Menschen unterzeichnet haben. Er hätte erwartet, dass der Stadtrat sich des Themas annimmt und eine klare Positionierung dazu finde, sagte Blanck.

Bund und Land in der Verantwortung

Das Thema konnte jedoch aus formalrechtlichen Gründen nicht auf die Tagesordnung genommen werden. Nun soll es auf Vorschlag der SPD im Umweltausschuss behandelt werden. Die Petition, die der Rat unterzeichnen sollte, umfasse nicht alle kommunalpolitischen Aspekte, begründete die SPD-Fraktionsvorsitzende Hiltrud Lotze dieses Vorgehen. Denn bei wasserrechtlichen Genehmigungen seien Bund und Land zuständig. "Und es liegt nicht in der Kompetenz des Stadtrates, über Genehmigungen zu entscheiden", so Lotze. 

Allen Parteien ist das Thema wichtig

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Mencke hätte sich gewünscht, dass die Sitzung unterbrochen wird, damit die Parteien ihre Standpunkte außerhalb der formalen Tagesordnung hätten austauschen können. Einig waren sich die Parteien in dem Punkt, dass ihnen das Thema wichtig ist.

Weitere Informationen
Ein Bagger schöpft Wasser aus einem Tümpel.

Coca-Cola und das Wasser: Ärger in Reppenstedt

Mit einem weiteren Brunnen bei Lüneburg will der Getränkehersteller Coca-Cola perspektivisch seine Fördermenge in der Region verdoppeln. Gegen die Grundwasser-Entnahme gibt es Protest. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 28.08.2020 | 17:00 Uhr

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