Stand: 18.09.2020 17:25 Uhr

Endlager: Bayern schert aus - Niedersachsen schäumt

Bergarbeiter untersuchen einen Riss im Salzstock Gorleben. © dpa Bildfunk Foto: Sören Stache
"Schlüsselfertiges Endlager": Niedersachsen kritisiert Bayern scharf für seine Festlegung auf Gorleben. (Archivbild)

Die ergebnisoffene Suche nach einem geeigneten Endlager für Atommüll in Deutschland ist wohl nicht ganz ergebnisoffen - zumindest im Süden der Republik. Mit Gorleben gebe es bereits einen gut erkundeten Standort für ein sicheres und fast schlüsselfertiges Endlager, sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) dem "Spiegel". Das sorgt für massive Kritik aus Niedersachsen.

"Affront" aus Bayern

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) habe deutlich gemacht, es sei nicht akzeptabel, dass Bayern sich aus der Verantwortung stiehlt, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Freitag in Hannover. Bayern habe mehr als andere Bundesländer von Atomkraft profitiert. Die niedersächsische Landesregierung gehe bei der Suche von einer "weißen Landkarte" aus - ohne Vorfestlegungen. Man weise den "Affront" aus Bayern zurück, das Land sei mit in der Pflicht, sich um den Atommüll zu kümmern.

Lies: Söder soll Minister zurückpfeifen

Auch der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) kritisierte die Äußerungen aus Bayern. "Unverantwortlich, dass Bayern schon jetzt aus dem Konsens aller Bundesländer ausschert, ergebnisoffen nach einem Atomendlager zu suchen", sagte Lies. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) solle diesen "plumpen Versuch" seines Umweltministers unterbinden.

Suche nach Endlager seit drei Jahren

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung sucht seit 2017 einen Endlagerstandort für hoch radioaktiven Abfall und prüft zunächst geologische Gegebenheiten. Die Suche soll 2031 beendet sein. In Gorleben sollten ursprünglich unter anderem ein Atomendlager und eine Wiederaufarbeitungsanlage entstehen. Milliardeninvestitionen und Tausende Arbeitsplätze sollten in der strukturschwachen Zonenrandregion entstehen, so die Pläne in den 1970er-Jahren. Doch das Vorhaben sorgte für erheblichen Widerstand in und um Gorleben.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.09.2020 | 17:00 Uhr

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