Kommunalwahl 2021: Wahlbeteiligung höher als vor fünf Jahren

Stand: 13.09.2021 16:36 Uhr

Am Sonntag hat Niedersachsen auf kommunaler Ebene gewählt. In vielen Städten kommt es in zwei Wochen zu einer Stichwahl. Wer sind die Gewinner, wie war die Wahlbeteiligung? All das finden Sie hier.

57,1 Prozent der Menschen in Niedersachsen haben am Sonntag bei den Kommunalwahlen ihre Stimme abgegeben. Das sind 1,6 Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren (55,6 Prozent). Am 26. September dürfen viele von ihnen erneut wählen, denn bei zahlreichen Bürger- und Oberbürgermeister- sowie Landratswahlen fällt die Entscheidung mangels absoluter Mehrheiten erst in der Stichwahl.

 

Wahlergebnisse finden

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Stichwahlen in vielen großen Städten

Bei der Wahl zum Regionspräsidenten in der Region Hannoverwird es ein Duell zwischen SPD-Kandidat Steffen Krach und Christine Karasch von der CDU geben. Krach kam laut dem vorläufigen Endergebnis auf 37,1 Prozent und Karasch auf 29,6 Prozent der Stimmen. In Niedersachsens zweitgrößter Stadt Braunschweig lag SPD-Bewerber Thorsten Kornblum (38,4 Prozent) deutlich vor Kaspar Haller von der CDU (26,6 Prozent) - hier muss ebenfalls eine Stichwahl durchgeführt werden. Auch in Osnabrück fällt die Entscheidung erst am 26. September: Hier erreichten CDU-Kandidatin Katharina Pötter (35,7 Prozent) und Annette Niermann von den Grünen (26,7 Prozent) die Stichwahl. In Göttingen ging es bis zum Schluss äußerst knapp zu: Neben der SPD-Kandidatin Petra Broistedt (33,4 Prozent) sicherte Doreen Fragel (Grüne) mit 28,7 Prozent hauchdünn vor Ehsan Kangarani (CDU) mit 28,6 Prozent die Teilnahme an der Stichwahl.

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Eine Bildcollage von Kandidaten für das Amt des Regionspräsidenten: Steffen Krach (SPD) und Christine Karasch (CDU). © SPD Region Hannover | CDU-Regionsverband Hannover

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Eine Bildcollage von drei Kandidaten der Oberbürgermeisterwahl in Braunschweig. Tatjana Schneider, parteilos (B9/Grüne), Kaspar Haller, parteilos (CDU, FDP, VOLT) und Thorsten Kornblum (SPD). © Kaspar Haller/Thorsten Kornblum

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Am 26. September fällt die Entscheidung per Stichwahl - genau wie in Wolfsburg und Göttingen. mehr

Eine Bildcollage von den Kandidatinnen für die Stichwahl des Oberbürgermeisters in Osnabrück, Katharina Pötter (CDU) und Annette Niermann (Grüne). © Katharina Pötter/Annette Niermann

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Mitarbeiter der Stadt Göttingen nehmen bei einer Stimmenauszählung zur Oberbürgermeisterwahl in der Lokhalle Wahlzettel aus einem Karton. © Swen Pförtner/dpa Foto: Swen Pförtner

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Stichwahlen in Wolfsburg, Oldenburg, Lüneburg und Delmenhorst

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Wolfsburg gibt es eine Stichwahl zwischen CDU-Kandidat Dennis Weilmann (43,0 Prozent) und Iris Bothe (SPD), die laut dem vorläufigen Endergebnis auf 32,4 Prozent kommt. In Oldenburg verbuchte Amtsinhaber Jürgen Krogmann (SPD) mit 40,9 Prozent die meisten Stimmen. Er tritt in der Stichwahl gegen den Kandidaten der Grünen, Daniel Furhop (29,9 Prozent) an. CDU-Kandidat Ulrich Gathmann hatte mit 18,4 Prozent einen erheblichen Rückstand. In Lüneburg gibt es eine Stichwahl zwischen der Grünen-Bewerberin Claudia Johanna Kalisch und dem parteilosen Heiko Meyer. Kalisch kam laut dem vorläufigen Endergebnis auf 33,7 Prozent, Meyer auf 22,7. Lüneburg wurde in den vergangenen 30 Jahren von SPD-Politiker Ulrich Mädge geführt, der Amtsinhaber trat aber aus Altersgründen nicht mehr an. Ebenfalls zu einer Stichwahl kommt es in Delmenhorst - und zwar zwischen der CDU-Kandidatin Petra Gerlach (44,6 Prozent) und Funda Gür von der SPD (20,6 Prozent).

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Eine Bildcollage von den Kandidaten für die Stichwahl des Oberbürgermeisters in Wolfsburg, Dennis Weilmann (CDU) und Iris Bothe (SPD).  Foto: Dennis Weilmann/Iris Bothe

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Ein Wähler wirft in einem Wahllokal, das im Klassenraum einer Schule untergebracht ist, seinen Stimmzettel für die Kommunalwahl in die Wahlurne. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

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Absolute Mehrheiten in Hildesheim, Hameln und Salzgitter

Bereits im ersten Wahlgang fiel die Entscheidung in Hildesheim. Hier gewann der parteilose Ingo Meyer die Wahl um das Amt des Oberbürgermeisters mit 58,6 Prozent deutlich vor seinen Mitbewerbern. Die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang erreichte auch Claudio Griese (CDU) in Hameln. Der Amtsinhaber kam er auf 51,6 Prozent und lag damit klar vor Robert Michael Wycislo (SPD) mit 19,8 Prozent der Stimmen. In Goslar hat Urte Schwerdtner einen vorzeitigen Sieg bei der OB-Wahl dagegen verpasst. Mit 49,4 Prozent lag sie knapp unter der nötigen absoluten Mehrheit - aber deutlich vor CDU-Kandidat Oliver Junk (32,1 Prozent). Wegen rechnerischer Unstimmigkeiten stand am Sonntagabend kein offizielles Endergebnis mehr fest. In vier Wahllokalen musste wegen rechnerischer Unstimmigkeiten beim Auszählen am Montagmorgen erneut gezählt werden. In Salzgitter wurde unterdessen der langjährige Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) mit der absoluten Mehrheit von 54,9 Prozent wiedergewählt.

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Der Wahl-Trend in Niedersachsen

 

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Leichte Enttäuschung bei Weil

Landesweit ist laut dem Trend von Infratest dimap die CDU weiterhin die stärkste kommunale Kraft - mit knappem Vorsprung vor der SPD. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) war deshalb auch nur bedingt zufrieden. "Es hat knapp nicht gereicht, das wäre für mich die Pointe gewesen", sagte er im NDR Fernsehen. "Die Ergebnisse sind für mich ein buntes Bild mit positiven und nicht ganz so positiven Signalen." Besser war die Stimmung bei CDU-Landeschef Bernd Althusmann. "Die CDU ist und bleibt stärkste Kraft in Niedersachsen", betonte Niedersachsens Wirtschaftsminister. Das Resultat sei ein wichtiges Signal und stärke die Partei für die kommenden 14 Tage. "Wir haben viele tolle Ergebnisse erzielt", so Althusmann.

Grüne und FDP zufrieden

Die Vorsitzende der niedersächsischen Grünen, Anne Kura, dagegen strahlte über das ganze Gesicht. "Ich bin total zufrieden, das ist das stärkste Ergebnis, das wir hier je hatten", sagte sie. "Wir sind in Stichwahlen vertreten und Niedersachsen wird deutlich grüner. Der Trend zeigt, dass wir gefragt sind." FDP-Landeschef Stefan Birkner freute sich ebenfalls über das zweitbeste Ergebnis seiner Partei in den vergangenen 40 Jahren. "Wir haben einige tolle Ergebnisse erzielt", so Birkner. "Das gibt uns Rückenwind für die Bundestagswahl."

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Wahlhelferinnen und ein Wahlhelfer entleeren in einer Grundschule, in der ein Wahllokal für die Kommunalwahl untergebracht ist, eine Wahlurne mit Stimmzetteln. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

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Wo ist die Entscheidung klar, wo gibt es eine Stichwahl? Die Kommunalwahlen 2021 in Niedersachsen hier im Ticker. mehr

Relativ hohe Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung lag um 16.30 Uhr bei 44,0 Prozent. Wie die Landeswahlleitung in Hannover weiter mitteilte, waren es vor fünf Jahren zum gleichen Zeitpunkt 44,3 Prozent gewesen. In diese Zahl fließen aber nur die vor Ort abgegeben Stimmen ein. Wegen der Corona-Pandemie haben nach Angaben mehrerer Kommunen diesmal überdurchschnittlich viele Menschen per Brief gewählt. Eine Stichprobe der Landeswahlleitung ergab, dass rund 23,2 Prozent der Wahlberechtigten Briefwahlunterlagen beantragt haben. Eine Vergleichszahl zu den vergangenen Kommunalwahlen liegt nicht vor.

6,5 Millionen Niedersachsen wahlberechtigt

Zur Abstimmung standen die Kreistage, die hannoversche Regionsversammlung, die Stadt-, Gemeinde- und Samtgemeinderäte sowie Stadtbezirksräte und die Ortsräte. Gleichzeitig wurden viele Hauptverwaltungsbeamtinnen und -beamte, also Landräte, Bürgermeister und Oberbürgermeister gewählt. Abstimmen durften rund 6,5 Millionen Menschen in Niedersachsen, darunter 375.000 Erstwählende im Alter von 16 bis 21 Jahren. Aus anderen EU-Ländern waren 317.000 Menschen berechtigt, ihr Kreuz zu machen.

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Julia Willi Hamburg (Grüne), Hanna Naber (SPD), Moderatorin Martina Thorausch, Sbastian Lechner (CDU) und Stefan Birkner bei einer Sondersendung zur Kommunalwahl in Niedersachsen. © NDR

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.09.2021 | 18:00 Uhr

Kommunalwahl 2021

Ein Schild mit der Aufschrift «Wahlraum» und ein Musterstimmzettel hängen am Zugang zu einer Grundschule, in der ein Wahllokal für die Kommunalwahl untergebracht ist. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

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Ein auf den Boden aufgebrachter Aufkleber mit der Aufschrift ·zum Wahlbüro· weist vor einem Gebäude der Stadtverwaltung auf den Weg zum Wahlbüro hin. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

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