Stand: 03.06.2020 12:11 Uhr

Studie: Corona-Regeln verstärken Depressionen

Mädchen sitzt verzweifelt vor einem Computer © Fotolia.com Foto: burdun
Die durch die Corona-Pandemie erlassenen Einschränkungen haben offenbar negative Auswirkungen auf die Psyche. (Themenbild)

Die Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens aufgrund der Coronavirus-Pandemie haben zu einer steigenden Zahl von Depressiven geführt. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Privaten Fachhochschule (PFH) Göttingen. Demnach haben sich bei 2.000 Personen, die an einem Test für klinische Psychologie teilgenommen haben, fünfmal mehr depressive Symptome gezeigt, als bei Tests, die vor der Pandemie durchgeführt worden waren. An der Studie war ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Göttinger Hochschule beteiligt.

Videos
Videokonferenz mit der Familie
6 Min

Corona-Quarantäne: Was hilft gegen Angst und Einsamkeit?

Die Zeit in Quarantäne stellt Betroffene vor große psychische Herausforderungen. Wie können Familien einen Lagerkoller verhindern? Und was hilft Alleinlebenden gegen drohende Einsamkeit? 6 Min

Forscher: "Einschränkungen schlecht für die Psyche"

"Aktuelle empirische Untersuchungen zeigen, dass Quarantänemaßnahmen von psychologischen Auffälligkeiten wie Depressivität und Stressreaktionen begleitet werden können", erklärt Studienleiter Youssef Shiban, Professor für Klinische Psychologie an der PFH. Er vermutet, dass die zur Eindämmung des Coronavirus eingeführten Maßnahmen erhebliche Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden auch nach der akuten Krise haben könnten.

Videos
Ein Schulbusfahrer zählt die zugestiegenen Schüler, damit bei Überbelegung ein zweiter Bus angefordert werden kann.
2 Min

Corona Kompakt: Schulbusse im Blick

Nachdem sich Kinder über zu volle Schulbusse beklagt hatten, haben die Busunternehmen reagiert. Außerdem: Pizzeria unterstützt Tierheim und Corona verstärkt Depressionssymptome. 2 Min

Auch SARS-Ausbruch hatte psychische Folgen

Zu Beginn der Pandemie hatten die Forscher nach eigenen Angaben mit einem Anstieg psychischer Belastung durch die Beschränkungsmaßnahmen gerechnet. Jetzt deute sich an, dass diese erheblich sein könnten, so Shiban. Zur Einordnung könne man auf die Datenlage zu dem SARS-Ausbruch 2003 in Kanada schauen. "In einer Studie zeigten sich bei 30 Prozent der von Quarantäne-Maßnahmen betroffenen Studien-Teilnehmer Symptome von Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen", sagte Shiban. 

Weitere Informationen
Neu entdecktes Gen verdoppelt Anfälligkeit für Stress-Depression © picture-alliance / dpa/dpaweb Foto: Oliver Berg

Studie: Mehr Niedersachsen haben Depressionen

In Niedersachsen ist die Zahl depressiver Menschen laut einer Studie stark gestiegen. Mit Blick auf die Corona-Krise könnte sich das weiter verschlimmern, fürchtet die Ärztekammer. mehr

Eine Labor-Mitarbeiterin mit Coronavirus-Teströhrchen. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Bremerhaven: Corona-Ausbruch unter Kontrolle

Bei einer Familienfeier in Bremerhaven haben sich elf Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Der Infektionsherd sei laut Gesundheitsamt unter Kontrolle. mehr

Blick auf das Iduna-Zentrum in Göttingen. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Erstmals keine Corona-Neuinfektionen in Göttingen

In Göttingen entspannt sich die Lage nach dem Corona-Ausbruch: Erstmals sind in der Stadt am Donnerstag keine Neuinfektionen hinzugekommen. Ab Montag dürfen Schulen wieder öffnen. mehr

Auf einem Metalltor sind mehrere Schilder zu sehen.  Foto: Andreas Ebel

Ehra-Lessien: 19 Flüchtlinge mit Corona infiziert

In Ehra-Lessien (Landkreis Gifhorn) sind mittlerweile 19 Bewohner einer Asylbewerber-Unterkunft positiv auf das Coronavirus getetestet worden. Die Betroffenen wurden isoliert. mehr

Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht einen Covid-19-Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze. © picture alliance/Sven Hoppe Foto: Sven Hoppe

Corona in Niedersachsen: Leichte Anpassungen beim Impfen

Künftig wird weniger Impfstoff zurückgestellt. Außerdem soll das Anmeldeverfahren verändert werden. mehr

Ein Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe nimmt für einen Corona-Test einen Abstrich von einer Frau © picture alliance/dpa Foto: Moritz Frankenberg

Corona in Niedersachsen: 1.080 neue Infektionen registriert

Das Landesgesundheitsamt hat zudem 20 weitere Todesfälle gemeldet. Der Inzidenzwert liegt bei 67,0. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 03.06.2020 | 13:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Ein doppelstöckiger Zug des Herstellers Alstom. © Alstom

Niedersachsen bestellt für 470 Millionen Euro neue Züge

Die 34 Doppelstockzüge werden bis 2024 von Alstom in Salzgitter gebaut. Vor allem der Nordwesten soll davon profitieren. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen