Stand: 14.03.2018 15:45 Uhr

Zahl der Verkehrstoten niedrig wie nie

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"Raserei ist immer noch Todesursache Nummer eins", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Die gute Nachricht vorneweg: In Niedersachsen sind im vergangenen Jahr die wenigsten Menschen im Straßenverkehr gestorben, seit diese Statistik im Jahr 1953 eingeführt worden ist. Insgesamt 403 Personen kamen auf den Straßen des Landes ums Leben - 2,4 Prozent weniger als im Jahr 2016. Das gab das niedersächsische Innenministerium am Mittwoch in Hannover bekannt. "Zwei Drittel dieser Todesopfer sterben bei Unfällen auf Landstraßen. In einem Viertel aller Fälle spielte zu hohe Geschwindigkeit eine Rolle und damit ist Raserei noch immer die Todesursache Nummer eins auf unseren Straßen", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Landstraßen riskanter als Autobahnen

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Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik 2017

Die offizielle polizeiliche Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2017: Die Zahl der Verkehrstoten ist so niedrig wie nie zuvor. Download (7 MB)

Das größte Risiko, in Niedersachsen im Straßenverkehr ums Leben zu kommen, besteht auf Landstraßen: Hier starben im vergangenen Jahr 261 Menschen. Die Polizei will daher den Schwerpunkt ihrer Arbeit weiterhin auf die Kontrollen dieser Straßen legen. Autobahnen sind im Vergleich dazu die sichersten Straßen, auch wenn es 2017 auf den niedersächsischen Abschnitten zu einem leichten Anstieg der polizeilich registrierten Unfälle um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr kam. "Insgesamt finden jedoch lediglich 7 Prozent der Verkehrsunfälle in Niedersachsen auf Autobahnen statt", hieß es vom Innenministerium.

Mehr Kontrolle gegen Handys am Steuer

Neben überhöhter Geschwindigkeit ist Ablenkung am Steuer die Hauptursache für Unfälle. Handy, Navigationsgerät oder Zigarette am Steuer bringen Autofahrer dazu, die Aufmerksamkeit zu verlieren. Nach Angaben von Pistorius gehen Fachleute davon aus, dass mittlerweile etwa 10 bis 30 Prozent aller Unfälle auf Ablenkung durch mobile Geräte zurückzuführen sei. "Wer bei Tempo 50 nur zwei Sekunden aufs Handy guckt, nimmt über eine Strecke von 28 Metern nichts wahr", so Pistorius. Wird man telefonierend beim Autofahren erwischt, sind 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in der Verkehrssünderdatei fällig. Die Polizei will mit verstärkten Kontrollen gegen Ablenkung durch Smartphones vorgehen.

Weniger Lkw-Unfälle - weniger Tote

Die Anzahl der Unfälle mit Lkw auf Autobahnen in Niedersachsen ist ebenfalls rückläufig: Gab es im Jahr 2016 noch 176 Zusammenstöße, an denen Lastwagen beteiligt waren, sank die Zahl im vergangenen Jahr auf 155. An Stauenden kam es zu 2016 zu 63 Unfällen - auch hier ist die Tendenz leicht fallend: Im Jahr 2017 zählten die Behörden noch 60 Unfälle mit Lkw-Beteiligung. 16 Personen starben bei Unfällen mit Lkw auf Autobahnen, zwei weniger waren es im vergangenen Jahr. Im Jahr 2015 kamen noch 20 Menschen bei Lkw-Unfällen ums Leben.

216.279 Unfälle im Land - mehr Fahrerfluchten

Genau 216.279 Unfälle gab es in Niedersachsen im Jahr 2017 insgesamt. Damit ist die Gesamtzahl leicht angestiegen. "Der leichte Anstieg ist im Wesentlichen auf eine Zunahme der Unfälle mit Sachschäden zurückzuführen", teilte das Innenministerium am Mittwoch weiter mit. Die Zahl der Unfallfluchten in Niedersachsen erreichte im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand: Die Polizei registrierte 49.913 solcher Fälle, fast 1.600 mehr als im Vorjahr. Der Wert steigt damit im fünften Jahr in Folge. Beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort handele sich um eine ernstzunehmende Straftat mit erheblichen Konsequenzen, sagte eine Mitarbeiterin des Innenministeriums.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.03.2018 | 16:00 Uhr

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