Stand: 05.08.2018 19:12 Uhr

Landvolk: Nicht alle profitieren von Dürre-Hilfe

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Insbesondere bei der Getreideernte geht es um Ausfälle in Höhe von bis zu 50 Prozent.

Der heiße und trockene Sommer bringt Probleme für die Landwirte - in einigen Regionen drohen Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent, zum Beispiel bei der Getreideernte. Betrieben, die existenziell in Not sind, soll schnell geholfen werden, da sind sich noch alle einig. Doch die Forderung nach einer Dürre-Hilfe in Höhe von einer Milliarde Euro, wie sie Bauernpräsident Joachim Rukwied jüngst aufgestellt hat, hält der Präsident des Landvolks Niedersachsen, Albert Schulte to Brinke, für falsch. Diese Forderung erwecke den Eindruck, die Landwirtschaft bekomme erhebliche Hilfszahlungen, obwohl bei der Masse der Betriebe nichts ankomme, sagte Schulte to Brinke. "Wir haben das durchaus kontrovers diskutiert im Vorstand."

Eine Kiste nicht halb voll mit Kartoffeln.

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Die Ernteverluste durch Hitze und Trockenheit sind bei vielen Landwirten immens. Für einzelne Höfe ist das mittlerweile existenzgefährdend. NDR Reporter Carsten Wagner berichtet aus Elze.

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Nur wenige Betriebe profitieren

Schon vergangene Woche hatte der Bauernverband Nordostniedersachsen Rukwieds Milliarden-Forderung kritisiert. "Es entsteht der Eindruck, es wird mit der Gießkanne verteilt. Und dem ist ja nicht so", sagte Schulte to Brinke. Am Ende würden nur wenige Betriebe etwas von dem Geld sehen, und auch nur nach langer Wartezeit.

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Das Landvolk hat indes andere Vorstellungen und fordert eine grundlegende Selbsthilfe. So sollten 80 Prozent der EU-Direktzahlungen bereits zum Oktober ausgezahlt werden, wie es die EU bereits in Aussicht gestellt hat. Weitere Forderung des Landvolks: die Freigabe von 200.000 Hektar Ackerland, das eigentlich geschont werden soll, zum Anbau von Winterfutter. "Das könnte den Betrieben helfen", sagte Schulte to Brinke.

Zusätzliches Wasser für Felder genehmigen

Außerdem notwendig, so Schulte to Brinke: die Genehmigung zusätzlicher Wassermengen zur Beregnung von Futterflächen, die Berücksichtigung der schlechten Ernte bei Nährstoffberechnung und Düngebilanz und eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage, mit der die Bauern für schwierige Jahre vorsorgen könnten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.07.2018 | 12:00 Uhr

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