Stand: 18.11.2018 11:17 Uhr

Junge Alternative: Keine Mitglieder mehr

"Es gibt zurzeit kein Mitglied mehr in Niedersachsen": Zwei Wochen nach der Auflösung des niedersächsischen Landesverbands der Jungen Alternative (JA) hat die Nachwuchsorganisation der AfD alle 150 Mitglieder ausgeschlossen. Das teilte der JA-Bundesvorsitzende Damian Lohr mit. Seinen Angaben zufolge soll der Landesverband im Januar neu gegründet werden.

JA vom Verfassungsschutz beobachtet

Koordiniert werden soll dies von zwei AfD-Mitgliedern aus Lüneburg und Osnabrück. Sie sollen mit denjenigen ehemaligen JA-Mitgliedern aus Niedersachsen, die dem neu zu gründenden Landesverband beitreten möchten, Gespräche führen. Der Bundesverband des AfD-Nachwuchses hatte Anfang November die Auflösung des niedersächsischen Landesverbands beschlossen. Damit reagierte er auf die seit September laufende Beobachtung des Landesverbands durch den niedersächsischen Verfassungsschutz. Die Organisation habe erheblich und vorsätzlich gegen die Bundessatzung, gegen die Ordnung des Verbandes sowie gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik verstoßen, hieß es als Begründung.

Steinke nannte Stauffenberg "Verräter"

Bereits bevor der Verfassungsschutz die Beobachtung bekannt gegeben hatte, war der ehemalige Vorsitzende der Jungen Alternative Niedersachsen, Lars Steinke, nach JA-Angaben seines Amtes enthoben und ausgeschlossen worden. Anlass waren Äußerungen zu Hitler-Attentäter Graf von Stauffenberg. Steinke hatte diesen intern als "Verräter" und "Feigling" bezeichnet. In einer der Deutschen Welle zugespielten Whatsapp-Sprachnachricht, die auch dem NDR vorliegt, rechtfertigt Steinke den Überfall Hitlers auf Polen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.11.2018 | 12:00 Uhr

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