Stand: 28.08.2020 17:42 Uhr

Bordelle dürfen unter Auflagen wieder öffnen

Prostituierte sitzen an der Bar eines Bordells. © dpa Picture-Alliance Foto: Oliver Berg
In niedersächsischen Bordellen dürfen die Prostituierten ihre Kunden bei Einhaltung von Hygiene-Auflagen wieder bedienen. (Themenbild)

Bordelle in Niedersachsen dürfen unter Auflagen wieder Kunden bedienen. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg entschieden und damit einen Passus der niedersächsischen Corona-Verordnung gekippt. Geklagt hat ein Bordell-Betreiber aus Braunschweig. Der Betrieb in Bordellen könne auch auf milderen Wegen beschränkt werden, die den Gesundheitsschutz fördern, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Ein vollständiges Verbot sei daher nach Einschätzung des Senats unverhältnismäßig. Damit müssen Bordelle und andere Prostitutionsstätten nicht länger - wie von der Landesregierung angeordnet - geschlossen bleiben. Auch die Straßenprostitution ist demnach wieder erlaubt.

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Hygienekonzepte wie beim Friseur erforderlich

Für die Prostitution gelten nun auch die Regeln für körpernahe Dienstleistungen wie zum Beispiel für Friseure und Kosmetikstudios. Es müssen Hygienekonzepte erstellt werden und die Dienstleisterinnen bei der Arbeit eine Mund-Nasen-Schutz tragen. Außerdem sollen die Kontaktdaten der Kunden erfasst werden. Falls es Bedenken gebe, dass die Freier nicht ihre echten Daten notieren, könne das Land den Punkt in der Verordnung neu regeln. Dann könne beispielsweise erlassen werden, dass auch der Personalausweis vorgelegt werden muss, so die Gerichtssprecherin.

Auch Lovemobile dürfen öffnen

Das Gericht stellte außerdem fest, dass sogenannte Lovemobile nicht in der bisherigen Corona-Verordnung des Landes eingeschlossen sind. Sie dürfen also ebenfalls unter den gleichen Auflagen wie andere körpernahe Dienstleister öffnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.08.2020 | 18:00 Uhr

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