Stand: 06.07.2019 12:57 Uhr

Auch Oldenburg setzt auf Trixi-Spiegel

Ein Trixi-Spiegel für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ist an einer Ampel befestigt. Die Verkehrsspiegel erweitern das Sichtfeld vor allem für LKW- und Busfahrer, wenn sie rechts abbiegen. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner/dpa
Dank Trixi-Spiegel werden Radfahrer im toten Winkel der Lkw-Fahrer erkannt.

Um oft tödliche Unfälle mit rechts abbiegenden Lkw künftig zu verhindern, rüsten Oldenburg und Göttingen an gefährliche Kreuzungen derzeit mit speziellen Abbiegespiegeln aus. In Göttingen seien bisher zwei Kreuzungen mit sogenannten Trixi-Spiegeln ausgestattet. Oldenburg stattet sieben Kreuzungen mit den Spiegeln aus. Erfunden hat die Spiegel Ulrich Willburger, der sie nach seiner Tochter Beatrix benannte. Die damals Zwölfjährige war 1994 von einem abbiegenden Betonmischer überrollt worden - seitdem sitzt sie im Rollstuhl.

Lkw- und Busfahrer beurteilten die Spiegel positiv

In Oldenburg war erst Anfang des Jahres eine 17-Jährige von einem abbiegenden Lastwagen erfasst und getötet worden. Ob die Spiegel den Unfall verhindert hätten? Zahlen aus Freiburg zeigen jedenfalls, dass nach der Installation der Spiegel die Zahl der Radunfälle mit abbiegenden Lkw zurückging. Dort gibt es die Spiegel bereits seit zehn Jahren und 90 Prozent der Lkw- und Busfahrer beurteilten die Spiegel positiv. Dabei sind die Spiegel vergleichsweise simpel: Oberhalb von Ampeln installiert, können Lkw-Fahrer Radfahrer sehen, die sonst im toten Winkel wären.

Land setzt auf Abbiegeassistenten

In Osnabrück hat man das bereits vor rund fünf Jahren erkannt und die meisten Kreuzungen mit Trixi-Spiegeln ausgestattet. Im niedersächsischen Verkehrsministerium ist man skeptischer. Zwar sei alles zu begrüßen, was schwere Unfälle vermeiden helfe, sagte eine Sprecherin. Doch setze sich das Ministerium auf allen Ebenen "massiv für eine Verpflichtung zur Ausrüstung von Nutzfahrzeugen mit Abbiege-Assistenten ein." Die Landesverkehrswacht beurteilt die Lage ähnlich. Mit den Spiegeln habe man keine Erfahrung. Das A und O sei der Abbiege-Assistent.

Spiegel kostet 250 Euro pro Stück

Es gibt aber auch Alternativen. Garbsen in der Region Hannover etwa hat gute Erfahrungen mit dem "Bike-Flash" gemacht. "Die Anlage funktioniert einwandfrei und es gibt positive Rückmeldungen von Radfahrern und Autofahrern", sagte Garbsens Stadtsprecher Benjamin Irvin. Doch ist die Anlage mit 34.000 Euro relativ teuer. Abbiege-Assistenten schlagen pro System mit bis zu 2.500 Euro plus Einbau zu Buche. Pflicht sind sie allerdings erst ab 2022. Trixi-Spiegel dagegen gibt es seit Langem - und kosten pro Stück 250 Euro.

Weitere Informationen
Ein Spiegel ist an einer Ampel angebracht. © NDR

"Trixi-Spiegel": Mehr Sicherheit für Radfahrer

Mit speziellen Verkehrsspiegeln an 30 Ampeln will die Stadt Göttingen Abbiege-Unfälle an Kreuzungen verhindern. Die Spiegel machen den toten Winkel für Lkw- und Busfahrer sichtbar. (09.04.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.04.2019 | 12:00 Uhr

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