Zwischenlager Lubmin: BUND fordert "heiße Zelle" in neuem Lager

Stand: 01.11.2022 15:30 Uhr

In Lubmin bei Greifswald soll ein neues Lagergebäude für hochradioaktiven Abfall entstehen. Als Teil des Genehmigungsverfahrens hat am Dienstag die Erörterung von Einwendungen begonnen.

Bei dem nicht-öffentlichen Termin im Kulturbahnhof Greifswald haben Einwender die Gelegenheit, ihre Bedenken zum neuen Lager zu erläutern. Unter anderem kritisiert der Umweltverband BUND das Fehlen einer sogenannten "heißen Zelle". In solch einem speziell gesicherten Raum können Castoren geöffnet, ihr Inhalt überprüft und notfalls repariert werden.

Unklar, ob "heiße Zelle" notwendig ist

Die "heiße Zelle" ist in den Plänen bisher nur eine Option. Das bundeseigene Entsorgungswerk für Nuklearanlagen (EWN) geht derzeit nicht davon aus, dass sie gebraucht wird. Das neue Lagergebäude soll als Ersatz für das Transportbehälterlager in Halle 8 entstehen. Es ist notwendig geworden, weil sich seit 2011 die Sicherheitsanforderungen erhöht haben.

74 Castoren sollen in das neue Lager

In das Ersatztransportbehälterlager (ESTRAL) sollen alle 74 Castoren aus Halle 8 umgelagert werden. Weitere Behälter mit hochradioaktivem Material sollen nicht hinzukommen. In Lubmin werden die radioaktiven Abfälle der ehemaligen Kernkraftwerke Greifswald und Rheinsberg sowie aus der Wiederaufarbeitung und Forschung in Karlsruhe und die Brennstäbe des ehemaligen Forschungsschiffes "Otto Hahn" gelagert.

Weitere Informationen
Reaktoren und Dampferzeuger aus rückgebauten Atomkraftwerken sind in Lubmin im Zwischenlager des Atomlager-Betreibers Entsorgungswerke Nord zu sehen. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Pläne für atomares Zwischenlager in Lubmin

Das Lubminer Entsorgungswerk für Nuklearanlagen plant ein neues Zwischenlager. Die Anträge dafür wurden am Mittwoch gestellt. Ab 2025 könnte die Halle in Betrieb gehen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.11.2022 | 14:00 Uhr

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Atomkraft

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