Stand: 06.04.2017 18:15 Uhr

Zoll: Gegen Schwarzarbeit und Markenpiraterie

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Die Zollbehörden in MV setzten Bußgelder in Höhe von insgesamt 1,4 Millionen Euro fest. (Archivbild)

Im Kampf gegen Schwarzarbeit sind die Zollbehörden in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr im Schnitt 10 Mal pro Tag fündig geworden. Insgesamt wurden 3.990 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das geht aus der Jahresbilanz des Stralsunder Hauptzollamtes hervor. Den durch Schwarzarbeit entstandenen Schaden beziffert das Hauptzollamt auf 12,7 Millionen Euro - das ist in etwa genauso viel wie im Vorjahr. Rund 1.500 Arbeitgeber waren im Vorjahr kontrolliert worden. Insgesamt wurden Straf- und Bußgelder in Höhe von 1,4 Millionen Euro verhängt.

Postsendungen aus Nicht-EU-Staaten im Visier

Zugenommen hat beim Zoll die Kontrolle von Postsendungen, die aus Ländern kommen, die nicht zur Europäischen Union gehören. Hier haben die Beamten 18.383 Waren beschlagnahmt, insbesondere Elektronik und Zubehör, Kosmetikprodukte, Spielzeug und Sportartikel. Als Beispiel nannte ein Behördensprecher eine in China nachgebaute Elektrogitarre. Weil der Originalproduzent aus den USA Markenschutzrechte geltend machte, habe sich das vermeintliche Schnäppchen für den Käufer als Fehlinvestition erwiesen.

Auch gefährliche Arznei-Plagiate im Visier

Wegen des zunehmenden Internethandels bekomme die Abfertigung von Postsendungen für den Zoll eine immer größere Bedeutung. Dabei geht es nicht ausschließlich um Markenpiraterie, sondern auch um gesundheitsgefährdende Arzneimittel-Plagiate oder um Spielzeug und Kleidungsstücke, die mit Giftstoffen belastet sein können.

Auch die Zahl der Vollstreckungsaufträge war höher als im Vorjahr: Die Behörde trieb 37 Millionen Euro ein, etwa sieben Millionen mehr als 2015. Der größte Anteil wurde an die Sozialversicherungsträger zurückgegeben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.04.2017 | 19:00 Uhr

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