Themenbild: Aktenordner liegen im Gericht auf dem Tisch. © picture-alliance/ ZB Foto: Johannes Eisele

War mutmaßlicher Terrorist V-Mann des Verfassungsschutzes?

Stand: 25.04.2021 18:35 Uhr

Ein mutmaßlicher Staatsterrorist soll für den Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern als V-Mann gearbeitet haben. Der Generalbundesanwalt wirft dem inhaftierten Walid D. die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verabredung zum Mord vor.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte zuerst darüber berichtet. Quellen aus Landesbehörden und dem Landtag bestätigten dem NDR die Geschichte. Walid D. soll im Auftrag der tschetschenischen Regierung Waffen für ein Attentat auf einen Oppositionellen in Deutschland besorgt haben. D. bestreitet die Vorwürfe. Dass er auch V-Mann des Verfassungsschutzes Mecklenburg-Vorpommern war, dazu wollte das Innenministerium mit Verweis auf laufende Ermittlungen keinen Kommentar abgeben.

Innenministerium verweist auf laufende Ermittlungen

Landespolizei und Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern hätten bei der Aufklärung des Sachverhalts eng mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet, hieß es am Sonntag in einer Stellungnahme aus dem Ministerium. Dadurch sei erheblich zur Identifizierung und Festnahme der Tatbeteiligten beigetragen worden. Walid D. wird vorgeworfen, im Auftrag der tschetschenischen Regierung an der Vorbereitung eines Attentats auf einen Regimekritiker beteiligt gewesen zu sein. Ob er auch V-Mann des Verfassungsschutzes Mecklenburg-Vorpommern gewesen sei, könne nicht beantwortet werde, so das Innenministerium, weil dadurch Leib und Leben von Beteiligten und das Staatswohl gefährdet sein könnten. Allerdings sei der Fall bereits Ende Januar der Parlamentarischen Kontrollkommission des Landtags mitgeteilt worden. Diese überwacht die Arbeit des Verfassungsschutzes.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 25.04.2021 | 19:00 Uhr

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