Mehr Depressionen wegen Corona

Stand: 14.11.2020 16:20 Uhr

Psychische Erkrankungen wie Depressionen haben während der Corona-Pandemie stark zugenommen. Besonders betroffen sind junge Menschen - vor allem wenn sie zu Hause arbeiten oder lernen müssen.

Viele fühlen sich einsam. Das gilt besonders für Studienanfänger, die gerade in eine neue Stadt gezogen sind. Statt neue Freunde zu finden, sitzen sie allein in ihrem Zimmer vor ihrem Laptop. Vielen fällt es schwer, sich zu konzentrieren und zu motivieren. 17- bis 30-jährige leiden besonders stark unter dem Alleinsein. Die Greifswalder Psychologie-Professorin Eva-Lotta Brakemeier und ihr Team haben ermittelt, dass die psychischen Erkrankungen in dieser Altersgruppe stark gestiegen sind. Fehlende Nähe macht gerade junge Erwachsene krank.

Studenten warten auf Therapie

"Denen fällt es schwerer, weil sie ihren Entwicklungsaufgaben schwerer nachkommen können", sagt Brakemeier. "Die suchen meistens sich jetzt gerade den Partner, den Freundeskreis. Die kommen an im Erwachsenenleben, die wollen sich verlieben, ausgehen, tanzen gehen.“ Aber all das sei derzeit nicht möglich. Das Risiko für eine Depression steigt. Die Zahl junger Patienten mit seelischen Störungen, die in der Praxis der Hochschule auf eine Therapie warten, habe sich seit Beginn der Corona-Pandemie versechsfacht. Inzwischen fühlen sich 50 Prozent in dieser Altersgruppe - also nicht nur Studenten - laut einer Studie psychisch belastet.

E-Learning mit "Lernkleidung"

Homeoffice und E-Learning verschärfen die Situation. Wer sich mit häuslichen Arbeiten wie Aufräumen und Putzen von den Studien- oder Arbeitsaufgaben ablenkt, macht sie nicht besser. Wenn die Wohnung sauber ist, aber die eigentliche Arbeit liegen bleibt, führt das zu Dauerfrust und Dauerstress. Professorin Brakemeier hat einige Tipps, wie es besser geht. Um Lernen und übriges Leben zu trennen, sollte man extra "Lernkleidung" anziehen. Da das Gehirn mit dem Sofa Lümmeln und Entspannung verbindet, ist es effektiver, am Tisch zu lernen – mit Lieblingsgetränk. Nach etwa einer Stunde sollte eine Pause eingelegt werden, der Körper mit Bewegung belohnt werden, bevor es zurück an den Computer geht. Durch diese bewussten Wechsel ist es möglich, den negativen Folgen des E-Learnings zu entkommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.11.2020 | 19:30 Uhr

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