Die Maus ist der Krankheitsüberträger des Hanta-Virus.

Loeffler-Institut: Mäuse-Virus erstmals bei Menschen festgestellt

Stand: 24.03.2021 06:30 Uhr

Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit auf dem Riems konnte zusammen mit der Berliner Charité erstmals das Tulavirus bei einem Menschen feststellen. Das Virus gehört zu den sogenannten Hantaviren.

Erstmals ist das vor allem bei Feldmäusen vorkommende Tulavirus direkt als Ursache einer Erkrankung bei einem Menschen festgestellt worden. Der molekularbiologische Nachweis des zu den Hantaviren gehörenden Erregers wurde gemeinsam von Forschern des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) und der Charité in Berlin erbracht. Das teilte das Loeffler-Instituts am Dienstag mit. Bislang gab es in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) nur sehr wenige indirekte Hinweise für eine solche Infektion. Laut FLI zeigte ein junger Mann im Krankenhaus Symptome eines akuten Nierenversagens. Weitere Untersuchungen bestätigten den Verdacht einer Hantaviruserkrankung.

Ratten und Mäuse sind mögliche Überträger

Welches Virus genau die Erkrankung auslöste, konnte aber zunächst nicht geklärt werden. Eine molekulare Analyse erbrachte dann den Nachweis, dass es sich um eine Tulavirus-Infektion handelte. "Dieses Ergebnis rückt nun auch die Feldmaus und das mit ihr assoziierte Tulavirus stärker in den Fokus der Hantavirus-Epidemiologie und erfordert zukünftig eine bessere Typisierung von Hantaviruserkrankungen", sagte Rainer Ulrich, Leiter des Nationalen Referenzlabors für Hantaviren bei Tieren am FLI. Gemeinsame Folgeuntersuchungen mit dem Julius-Kühn-Institut sollen demnach die Verbreitung des Tulavirus bei Feldmäusen und anderen Wühlmäusen genauer bestimmen. "Gerade wegen der bei der Feldmaus auftretenden Massenvermehrungen sollte das Auftreten von humanen Infektionen mit dem Tulavirus stärker beobachtet werden", betonte Ulrich. Hantaviren werden über Nagetiere wie Ratten und Mäuse auf den Menschen übertragen.

Keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung

Meist werden die Viren eingeatmet, etwa durch kontaminierten Staub. Von Mensch zu Mensch breiten sich die Viren in Deutschland nicht aus. Die Fallzahlen schwanken nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI). Infektionen mit dem Hantavirus rufen meist Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen hervor - hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen; zudem Übelkeit oder Erbrechen. Auch die Nieren können beeinträchtigt werden, bis hin zu akutem Nierenversagen. Nur die Symptome können behandelt werden. Es gibt weder spezifische Medikamente noch eine Impfung. In Deutschland wurden Hantavirus-Erkrankungen bei Menschen den Angaben zufolge bisher vor allem auf das Puumalavirus bei Rötelmäusen zurückgeführt. Dieses Virus komme nur im westlichen, nordwestlichen und südlichen Teil Deutschlands vor. Das mit dem Puumalavirus eng verwandte Tulavirus komme dagegen in allen Teilen Deutschlands vor.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.03.2021 | 07:00 Uhr

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