Stand: 03.07.2019 08:44 Uhr

Landrat: "Haben Waldbrand im Griff"

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Die Feuerwehren haben den Waldbrand laut Landrat Sternberg "komplett eingekesselt".

Der riesige Waldbrand bei Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ist laut Landrat Stefan Sternberg (SPD) inzwischen "von allen Seiten komplett eingekesselt". Im "Morgenmagazin" von ARD und ZDF sagte er: "Wir haben das Feuer jetzt im Griff". Wir halten Sie in unserem Liveticker auf dem Laufenden.

Feuerwehren können geräumte Wege nutzen

Die ganze Nacht hindurch hatten Hunderte Einsatzkräfte weiter gegen die Flammen gekämpft. Die brennende Fläche wurde von 850 auf 700 Hektar reduziert, insgesamt sind 1.200 Hektar betroffen. Berge- und Pionierpanzer der Bundeswehr räumten zugewucherte Schneisen und Wege frei, damit Feuerwehrfahrzeuge heute näher an die einzelnen Brandherde herankommen. Nur auf diesen Wegen besteht keine Gefahr durch Blindgänger und Munitionsreste auf dem stillgelegten Truppenübungsplatz. Zuletzt hatte sich das Feuer nicht weiter auf Dörfer am Rande des Geländes zubewegt. Vier kleine Orte am Rande des Gebietes bleiben dennoch weiter evakuiert. Wann die Bewohner zurückkehren können, ist nicht klar.

Susanne Stichler

NDR//Aktuell extra | Waldbrand in Mecklenburg

NDR//Aktuell -

Der Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern hat sich weiter ausgebreitet. Inzwischen sind auch Feuerwehreinheiten aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein vor Ort.

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Flüsse werden für Wasserversorgung aufgestaut

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Ministerpräsidentin Schwesig bedankt sich bei den Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Kampf gegen das Feuer.

Der Einsatzstab des Landkreises Ludwigslust-Parchim hat inzwischen etwa 3.000 Helferinnen und Helfer im Einsatz, die wechselweise in vier Schichten rund um die Uhr an den Löscharbeiten beteiligt sind. Auch aus den angrenzenden Bundesländern kommen Helfer: So sind rund 100 Feuerwehrleute aus Schleswig-Holstein sowie 110 Kräfte aus Niedersachsen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz vor Ort. Mehr als 20 Wasserwerfer der Polizei und mehrere Löschhubschrauber sind im Einsatz. Dieser Mittwoch ist Tag vier des Großfeuers - um weiterhin genug Löschwasser zu haben, lässt der Einsatzstab kleine Flüsse in der Region aufstauen.

Weitere Informationen

Der Ticker zum Waldbrand bei Lübtheen zum Nachlesen

Der Brand auf dem Truppenübungsplatz bei Lübtheen ist weiter eingedämmt. Das teilte Landrat Sternberg auf einer Pressekonferenz mit. Alt Jabel bleibt weiter evakuiert. mehr

Kripo hat 60 Hinweise zu möglicher Brandstiftung

Der aktuelle Waldbrand ist laut Kriminalpolizei an einer anderen Stelle ausgebrochen als der Brand in der vergangenen Woche. Gleich drei Brandstellen konnten entlang eines Weges ausgemacht werden - zuviel für einen Zufall. Die Kriminalpolizei hat bislang gut 60 Hinweise zu einer möglichen Brandstiftung. Sollte ein Täter ermittelt werden, drohen bis zu zehn Jahre Haft für Brandstiftung.

Ministerpräsidentin Schwesig fordert Plan vom Bund

Am Dienstagabend kam Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach Lübtheen. Sie hatte ihren Urlaub unterbrochen und machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Angereist war sie per Hubschrauber mit Piloten, die bereits am Montag im Löscheinsatz waren. Schwesig forderte wie zuvor schon Innenminister Lorenz Caffier (CDU) Verbesserungen beim Brandschutz auf munitionsbelasteten Flächen: "Es muss uns zusammen mit dem Bund etwas einfallen, dass wir im nächsten Jahr nicht wieder in einer solchen Situation sind. Wir brauchen jetzt Klarheit in Deutschland, wie gehen wir mit solchen Gebieten um."

Sie dankte den Feuerwehren, der Bundespolizei und der Bundeswehr aus Mecklenburg-Vorpommern und dem gesamten Bundesgebiet für ihren Einsatz bei Tag und bei Nacht: "Ich hoffe, dass es uns jetzt gelingt, das Feuer stärker in den Griff zu bekommen und bin froh, dass die Bewohnerinnen und Bewohner so besonnen reagieren."

Lübtheen: Aufatmen nach dem Brand

Vierte Ortschaft evakuiert

In der Nacht zum Dienstag war eine weitere Ortschaft evakuiert worden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte am Montagabend die Räumung von Volzrade angeordnet. Betroffen sind 117 Menschen. Seit Sonntagabend waren bereits drei Orte - Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs - evakuiert worden. Insgesamt mussten etwa 650 Menschen ihre Häuser verlassen. Für Anwohner wurde ein Bürgertelefon unter der Nummer 038855-78744 eingerichtet. Wann die Menschen in ihr Zuhause zurückkehren können, könne frühestens am Mittwoch entschieden werden, sagte Sternberg am Dienstagabend: "Im Moment ist es noch brandgefährlich."

Kommentar

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Die Bürger der umliegenden Ortschaften wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Vor allem Asthmatiker und Allergiker sollten sich unbedingt in geschlossenen Räumen aufhalten, betonte Michael Barczok, Lungenfacharzt und Sprecher des Bundesverbandes der Pneumologen, im Interview mit NDR Info. "Wir haben das zusätzliche Problem, dass wir mitten in der Pollenzeit sind. Und die Kombination von Pollen mit Luftschadstoffen führt dazu, dass die Pollen aggressiver werden."

Verdacht auf Brandstiftung erhärtet sich

Das Feuer, das an mehreren Stellen ausgebrochen war, ist mit großer Wahrscheinlichkeit gelegt worden. Das sagte Landrat Sternberg am Dienstag. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen zwar noch nicht abgeschlossen, doch habe sich der Verdacht auf Brandstiftung massiv erhärtet. Bei einem Überflug kurz nach Ausbruch des Großbrandes am Sonntag seien eindeutig drei Brandstellen entlang eines Waldweges auszumachen gewesen, berichtete der Landrat. Bereits am Montag hatte die Polizei einen Zeugenaufruf gestartet, die Befragungen laufen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.07.2019 | 05:00 Uhr

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