Stand: 17.01.2020 15:10 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Greifswald: Wildschwein verhindert Fußballspiel

Das Volksstadion in Greifswald bleibt bis auf weiteres gesperrt. Die Gefahr durch das Wildschwein sei zu groß, so die Stadt.

Ein aggressives Wildschwein hat das Testspielprogramm des Fußball-Oberligisten Greifswalder FC durcheinandergebracht. Die für Freitagabend geplante Partie im Volksstadion gegen die U19 des FC Hansa Rostock musste auf Anweisung der Stadtverwaltung abgesagt werden und wurde nach Rostock verlegt. Die Gefahr sei zu groß, hieß es vom Fußballverein. Laut Stadtverwaltung besteht ein erhöhtes Risiko von Wildschweinangriffen. Deshalb wurde das Volksstadion in Greifswald kurzfristig gesperrt. Der Pressesprecher des Greifswalder FC, Philipp Weickert, sagte zu NDR 1 Radio MV, es habe bereits vor wenigen Tagen eine gefährliche Begegnung gegeben.

Hund angegriffen und verletzt

Rund um das Stadiongelände gibt es einen kleinen Waldstreifen. Ein Zeugwart hatte am Mittwochabend versucht, einen Ball, der in den Wald flog, zu holen. Dort traf er auf eine Bache, die - wohl recht aggressiv - mehrere Frischlinge beschützt. Nach dem Vorfall wurde von der Stadt als Eigentümerin des Stadions ein Förster beauftragt, sich der Sache anzunehmen. Am Freitag ging der Förster mit seinem Hund auf Spurensuche. Dabei wurde der Hund vom Wildschwein angegriffen und verletzt.

Zäune als mögliche Lösung?

Menschen sind durch Wildschweine am Volksstadion in Greifswald bislang nicht zu Schaden gekommen. Es ist jedoch schon mehrfach vorgekommen, dass Tiere den Fußballplatz umwühlten. Am Montag will die Stadt zusammen mit dem Förster eine Strategie ausarbeiten. Eine Möglichkeit wäre, die Tiere einzuzäunen. Im Stadion gibt es bereits einen kleinen, abgesperrten Zuschauerbereich. Denkbar wäre es, die Wildschweine mit Futter in den Bereich zu locken. Das Stadion bleibt bis auf weiteres geschlossen.

Immer wieder Wildschweine in der Innenstadt

Die Stadt Greifswald hat die Einwohner bereits vor zwei Jahren mit einer Informationskampagne über die zunehmende Wildschweinpopulation in bewohnten Stadtgebieten aufgeklärt. Die Behörden waren sich einig, dass die Tiere in der Stadt nicht erschossen werden sollen. Die von einer Schusswaffenjagd ausgehenden Gefahren seien zu groß für die Bevölkerung, sagte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) damals.

Ungesicherte Komposthaufen als Futterangebot

Zuvor hatte sich Fassbinder mit Experten auf einem Krisen-Gipfel beraten. Grund, warum die Wildschweine in die Stadt kommen, sei das große Futterangebot für die Tiere. Ungesicherte Komposthaufen und Obstabfälle locken sie an. Um das zu verhindern, will die Stadt die Anwohner nun über das Problem aufklären.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 17.01.2020 | 14:40 Uhr

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