Greifswald: Anhänger der rechtsextremen NPD bewegen sich am 1. Mai mit starker Polizeipräsenz durch die Stadt. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer/dpa

Greifswald: 170 NPD-Anhänger ziehen durch die Innenstadt

Stand: 01.05.2021 17:46 Uhr

In Greifswald haben am Sonnabend rund 170 NPD-Anhänger demonstriert. Etwa 1000 Menschen fanden sich zu einer Gegenveranstaltung zusammen. Die Polizei begleitete die Veranstaltungen mit einem Großaufgebot.

Mit etwa einer Stunde Verspätung hat sich in Greifswald am Sonnabendnachmittag ein Aufzug der rechtsextremen Partei NPD vom Bahnhof aus in Bewegung gesetzt. Nach Polizeiangaben umfasste der Aufzug etwa 170 Teilnehmer. Zuvor waren 80 Menschen ausgeschlossen worden, weil sie aus anderen Bundesländern angereist waren. Laut Corona-Landesverordnung ist die Einreise nach MV zurzeit nur in Ausnahmefällen erlaubt. Gegenüber des Bahnhofs waren zu einer Mahnwache gegen die NPD-Demo nach Polizeischätzungen etwa 1000 Menschen gekommen.

Rund 1.000 Polizisten im Einsatz

Die Behörden hatten die Mahnwache zur Versammlung erklärt. Entlang der Aufzugsstrecke der NPD kam es laut Polizei immer wieder zu Störaktionen. Die Beamten ließen einen Wasserwerfer auffahren. Insgesamt waren etwa 1.000 Polizisten vor Ort. Hinzu kämen etwa 300 Kräfte der Bundespolizei, die vor allem den Bahnhofsbereich absicherten und die Anreise der Demo-Teilnehmer überwachten. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Die Polizei wies immer wieder auf die Einhaltung der Mindestabstände und der Maskenpflicht hin. Insgesamt waren 16 Versammlungen angekündigt. Darunter eine Gegendemonstration gegen den NPD-Aufzug sowie zahlreiche Mahnwachen im Innenstadtbereich. Das letzte Mal demonstrierte die NPD in Greifswald laut Landkreis vor zehn Jahren.

Weitere Informationen
Sebastian Richter war Bundeschef der NPD-Jugend. Im mecklenburgischen Groß Krams ließ er sich als "Unabhängiger" in den Gemeinderat wählen. Im Interview lässt er die Maske fallen: "Das System der BRD kann hinweggefegt werden." © NDR

Der nette Nazi von nebenan

Rechtsextreme drängen zunehmend in kleine Dörfer. Die Dorfgemeinschaften sind oft gespalten, wie sie damit umgehen sollen - zum Beispiel in Groß Krams. mehr

Eine Kamera filmt einen Redner auf einem Parteitag der Alternative für Deutschland. Im Hintergrund ist das Logo der Partei zu sehen © imago / Langer Eibner-Pressefoto Foto: Langer Eibner-Pressefoto

AfD wehrt sich gegen Beobachtung durch den Verfassungsschutz

In allen ostdeutschen Bundesländern wird die AfD als rechtsextremer Verdachtsfall geführt - nur nicht in MV. Die AfD will, dass das so bleibt. mehr

Sechs Fußballer aus Anklam präsentieren neue Trikots. © privat Foto: privat

VFC Anklam bekam Unterstützung von rechtsextremem Sponsor

Der Verein erhielt von einem in der Nazi-Szene bekannten Wirt Shirts und Bälle. Inzwischen distanziert er sich von dem Sponsor. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 01.05.2021 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Staatskanzlei von Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin im Sonnenlicht.

Corona in MV: Offene Gaststätten zu Pfingsten?

Beim MV Gipfel geht es auch um die Öffnung von Schulen und Kitas, den Tourismus und die Wirtschaft im Land. mehr