Stand: 04.06.2020 07:09 Uhr

Dürre macht der Landwirtschaft zu schaffen

Trockender Mais in MV © NDR
Auf vielen Äckern ist der Boden bis zu 25 Zentimeter tief praktisch vollständig ausgetrocknet.

Die Trockenheit in Mecklenburg-Vorpommern nimmt immer stärkere Ausmaße an. Zu diesem Ergebnis kommt die sogenannte "Dürre AG" des Landwirtschaftsministeriums. Demnach hat sich die Hoffnung auf ausreichend Niederschlag im Mai nicht erfüllt. Ein Großteil der Landesfläche falle nun in die Kategorie "extreme Dürre", so Agrarminister Till Backhaus (SPD). Nur an wenigen Messstellen wurden 50 Prozent des langjährigen Mittels erreicht. Dramatisch sei die Situation im Ökolandbau und für Betriebe, die Futter anbauen. Laut Backhaus haben sie nur 30 bis 50 Prozent der im Frühjahr üblichen Erträge geerntet.

Hilfen für Futterbetriebe

Der Minister will nun verhindern, dass die Betriebe ihre Viehbestände abbauen, und deshalb sogenannte ökologische Vorrangflächen für die Futternutzung freigeben. Außerdem will er Ausnahmen von Agrar-, Umwelt- und Klimaschutz-Auflagen gewähren, damit Grünflächen vorzeitig beweidet werden können. Dafür müssen die Bundesregierung und die Europäische Union (EU) grünes Licht geben. Zudem können Bio-Landwirte beantragen, konventionelles Futter nutzen zu dürfen.

Bleibende Schäden befürchtet

Laut Landwirtschaftsministerium ist vielerorts der sogenannte Oberboden der Agrarflächen in einer Tiefe von bis zu 25 Zentimetern praktisch vollständig ausgetrocknet. Im Wintergetreide und Raps zeigen sich vor allem auf den Sandstandorten Trockenschäden. Hier müsse mit irreversiblen Schäden auch an Futterkulturen gerechnet werden.

Weitere Informationen
Staubtrockene Acker-Erde rinnt durch die Finger eines Landwirtes. © NDR.de Foto: Boris Roessler

Trockenheit: Bauern warten auf Regen

Die Landwirte richten derzeit den Blick zum Himmel. Sie hoffen auf Niederschlag. Denn dieser könnte den Dünger, den unter anderem Mais, Gerste und Weizen brauchen, in den Boden spülen. mehr

Kölpinsee mit trockenem Uferstreifen © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Trockenheit in MV: Landwirte hoffen auf Regen

Dieser April gehört in MV zu den trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Laut NDR Wetterstudio sind im Schnitt höchstens 20 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.06.2020 | 07:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), bei einer Pressekonferenz in Schwerin.

Corona-Gipfel beschließt Verlängerung des Lockdowns

Der Lockdown wird bis zum 28. März verlängert. Zudem wurde ein mehrstufige Öffnungsplan vereinbart, der schon zuvor kleinere Öffnungsschritte vorsieht. mehr