Spaziergänger nutzen am 4. Februar 2019 in Rerik in Mecklenburg-Vorpommern das sonnige und ruhige Wetter für einen Ausflug am Ostseestrand. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Corona: Familienbesuch aus Berlin muss in Quarantäne

Stand: 11.10.2020 08:43 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern sind neue Regeln zum Umgang mit Corona-Risikogebieten in Kraft getreten. Einreisende aus Corona-Hotspots müssen weiterhin in Quarantäne. Doch es gibt Ausnahmen.

Die grundsätzliche Quarantänepflicht gilt auch für Mitglieder der Kernfamilie, die aus einem deutschen oder ausländischem Risikogebiet zu einem Besuch nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. So ist es inzwischen auf der Internetseite der Landesregierung nachzulesen. Diese zweiwöchige Quarantäne kann - wie zum Beispiel bei Urlaubern auch - nur durch negative Corona-Tests verkürzt werden. Der erste muss bei der Einreise mitgebracht werden, der zweite nach fünf bis sieben Tagen vorgelegt werden. Zur Kernfamilie gehören Ehepartner, Kinder, Eltern, Großeltern, Geschwister und eingetragene Lebenspartner.

Pendler müssen nicht in Quarantäne

Auch um Wirtschaft und Versorgung nicht zu gefährden, hat die Landesregierung jedoch Ausnahmen von der Quarantäne-Regel beschlossen. So müssen Berufspendler aus deutschen Risikogebieten wie zum Beispiel Berlin oder Stuttgart nicht in Quarantäne, ebenso Mediziner, Polizisten oder Beschäftigte der Güterbranche, die wichtige Waren etwa nach Berlin und von Berlin aus nach Mecklenburg-Vorpommern transportieren.

Keine Einschränkungen für Sportvereine

Nach Angaben von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) dürfen Profi- und Breitensportler aus Mecklenburg-Vorpommern auch zu Wettkämpfen nach Berlin fahren oder Gegner aus Berlin empfangen. Für Fans gilt das allerdings nicht. Auch Abgeordnete und Regierungsmitglieder unterliegen nicht der Quarantänepflicht - die Bundeshauptstadt als politisches Zentrum soll für sie keine Sperrzone werden.


Die Landesregierung hatte sich im Eilverfahren auf den Umgang mit den anfangs vor allem in Berlin gestiegenen Corona-Zahlen geeinigt. Weil die Hauptstadt mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vorausgegangenen sieben Tagen verzeichnet, gilt sie als Risikogebiet. Für Urlauber aus Berlin, wo die Herbstferien begonnen haben, gibt es keine Ausnahme, wenn sie nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Wie alle anderen, die aus sogenannten Corona-Hotspots kommen, müssen auch sie in ihrem Übernachtungsquartier einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist, und sich in Quarantäne begeben. Die notwenigen Corona-Tests müssen sie selbst bezahlen.

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Einnahmeverluste befürchtet

Die Tourismuswirtschaft im Nordosten befürchtet angesichts der strengen Maßgaben drastische Folgen für die Geschäfte der kommenden Wochen. Der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf, geht davon aus, dass die Betriebe neben einem großen Arbeitsaufwand für Stornierungen auch hohe finanzielle Verluste von bis zu 50 Millionen Euro haben werden. Während der Berliner Herbstferien sei mit rund 150.000 Urlauber aus der Bundeshauptstadt zu rechnen gewesen. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sagte, er könne die Sorgen der Hoteliers und des Gastgewerbes nachvollziehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 11.10.2020 | 09:00 Uhr

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