Stand: 15.04.2020 18:00 Uhr

Corona-Beratungen: Wirtschaft in MV macht Druck

Eine Reihe von Tischen und Stühlen, die mit Absperrband abgesperrt sind. © dpa Bildfunk
Cafés und Geschäfte sollen trotz der Corona-Pandemie möglichst bald wieder öffnen dürfen, fordern Handel und Tourismus in MV. (Archivbild)

Vor den Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länder-Chefs wuchs in der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns die Erwartung auf eine schnelle Lockerung der Corona-Maßnahmen. Tourismusvertreter und der Handel wollen, dass die Einschränkungen für ihre Branche größtenteils aufgehoben werden. Zum öffentlichen Leben und seiner Normalisierung gehörten auch Restaurants und Cafés. Diese sollten unter Einhaltung der Hygieneregeln wieder öffnen dürfen, meinte DEHOGA-Präsident Lars Schwarz.

Alle Geschäfte sollen bald wieder öffnen

Gemeinsam mit dem Tourismusverband hat er der Landesregierung ein Papier für einen Neustart des Tourismus vorgelegt. Der Handelsverband Nord erklärte, die Lebensmittelgeschäfte hätten in den vergangenen Wochen gezeigt, dass sie die Hygienevorschriften einhalten könnten. Das könnten auch alle anderen Geschäfte gewährleisten, auch sie müssten öffnen. Die Kunden würden sich dann weniger konzentrieren und mehr verteilen.

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In ihrem Papier schlagen Tourismus und Handel einen stufenweisen Neustart vor. Demnach könnten als erstes Fahrradverleiher, Tourist-Infos und teilweise die Gastronomie wieder öffnen, vereinzelt sollen Reisen möglich gemacht werden. Erst später sollen dann Kulturangebote wieder angeboten werden und anschließend Freizeit-Einrichtungen öffnen. Auch die Stadt Rostock hat Pläne erarbeitet, wie die Corona-Beschränkungen gelockert werden könnten. Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) empfiehlt die rasche Öffnung von Geschäften. Zunächst sollten Bau- oder Gartenmärkte öffnen dürfen, dann auch kleinere Läden und die Gastronomie. Kindertagesstätten und Schulen sollen laut den Plänen erst ganz am Ende der Lockerung der Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie stehen.

AfD prescht vor, Linke mahnt zur Vorsicht

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ließ vor dem Gespräch mit der Kanzlerin durchblicken, dass sie sich durchaus weitere Ausnahmen von den verfügten Geschäftsschließungen vorstellen könne. Es sei aber ausgeschlossen, dass von kommender Woche an alles, was jetzt geschlossen sei, wieder öffne. Es werde auch nicht möglich sein, dass alle Kinder und Schüler sofort wieder in Kita und Schule gehen könnten. Die AfD will am kommenden Montag Restaurants und Hotels öffnen lassen, die Linke mahnt zur Vorsicht. Mit Lockerungen könne vom 27. April an begonnen werden.

 

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.04.2020 | 06:30 Uhr

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