Stand: 06.08.2020 08:48 Uhr

Schulstart mit Maske in Hamburg

In Hamburg geht heute die Schule wieder los. Doch es wird kein normaler Start: Auf dem Schulgelände und in den Pausen müssen Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler ab jetzt eine Maske tragen - nicht jedoch im Unterricht selbst. Die Entscheidung dafür kam erst am Montag.

Schulsenator Rabe: "Man muss abwägen"

Schulsenator Ties Rabe (SPD) erklärte im Interview mit NDR Info, man müsse bei der Entscheidung über das Tragen von Masken in Schulen abwägen, etwa im Hinblick auf die gesundheitlichen Risiken: "Diese sind unbestritten bei Schülerinnen und Schülern viel geringer als in Seniorenheimen, bei Firmen, bei Erwachsenen", sagte Rabe. Andererseits müsse man natürlich auch überlegen, "ob der Unterricht dann auch funktionieren kann und ob man wirklich etwas lernt."

An dieser Stelle müsse der ein oder andere Virologe noch einmal nachdenken - von Siebtklässlern zu verlangen, dass sie sieben Stunden am Tag lernen mit der Maske auf. "Dieser Aspekt wird von vielen Virologen berücksichtigt und sie sagen deshalb: In einer Abwägung zwischen den Verhältnismäßigkeiten braucht im Unterricht die Maske nicht getragen zu werden."

Bundeselternrat kritisiert die Pläne

Kritik an den Schulstart-Plänen - auch jetzt in Hamburg - kommt vom Bundeselternrat: "Wir bemängeln grundsätzlich, dass es kein einheitliches System in den Bundesländern gibt und jeder scheinbar nach dem Prinzip Hoffnung das Ganze verfahren lässt. Das ist das, was wir im Moment gar nicht nachvollziehen können", sagte der Vorsitzende Stephan Wassmuth im Interview mit NDR Info. Das Vorgehen - auch in Nordrhein-Westfalen, wo Masken auch im Unterricht Pflicht sind - sei für ihn "sehr unausgegoren und nicht richtig überlegt." Die Elterninitiative "Sichere Bildung für Hamburg" kritisiert zudem, dass es keinen Plan B für den Schulbetrieb gebe.

Rabe: "Man kann nicht für sämtliche Schulen einen Plan B machen"

"Das ist natürlich Quatsch", kontert Schulsenator Rabe. Man habe schon vor den Sommerferien die Pläne B, C und D ausprobiert. "Das heißt, dass dann nur teilweise Unterricht stattfinden könnte, oder, dass die Schülerinnen und Schüler komplett zuhause unterrichtet werden", sagte Rabe. Allerdings könne man nicht schematisch für sämtliche Schulen einen Plan und B und C machen: "Das muss ein Stück weit abhängen vom Einzelgeschehen der Infektionen an einzelnen Schulen oder auch ingesamt von der Hamburgischen Lage."

Bundelternrat wünscht sich Austausch mit der Politik

Der Bundeselternrat wünscht sich von der Politik einen Austausch über das Vorgehen an den Schulen. Dies habe aus Sicht des Vorsitzenden Wassmuth aber nicht stattgefunden: "Was uns ein bisschen traurig stimmt und leider auch verärgert, ist, dass diese Gespräch am Anfang kurz aufgenommen worden sind und danach wieder relativ schnell abgeblockt wurden." So bliebe dem letzten Glied in der Kette - der Schulleitung und der einzelnen Lehrkraft - die Entscheidung, wie es kommen soll. Damit schiebe man Verantwortung ab: "Das kann es auf keinen Fall sein", so der Elternratsvorsitzende.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 06.08.2020 | 07:19 Uhr

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