Stand: 03.06.2020 12:39 Uhr

Gelockerte Corona-Regeln: Unterschiede im Norden

NDR.de gibt einen Überblick über die wichtigsten Corona-Regeln in Norddeutschland. Jedes Bundesland geht seinen eigenen Weg.

Wie regeln Bund und Länder die Kompetenzen für Corona-Lockerungen?

Der Bund hat die Verantwortung für die Lockerung von Corona-Schutzmaßnahmen seit dem 6. Mai weitgehend den Ländern überlassen - im Gegenzug haben sich die Länder verpflichtet, auf mögliche negative Folgen sofort zu reagieren. Demnach sollen die Länder dafür sorgen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt wird.

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Bund und Länder haben sich am 26. Mai darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni zu verlängern. Teil der Vereinbarung ist, dass Länder Treffen von bis zu zehn Menschen oder Angehörigen zweier Haushalte in der Öffentlichkeit erlauben können. Bis zum 6. Mai hatten sich lediglich zwei einzelne Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen dürfen. Allerdings empfiehlt die Bundesregierung weiterhin, "die Zahl der Menschen, zu denen man Kontakt hat, möglichst gering zu halten und den Personenkreis möglichst konstant zu belassen". Auch bei Treffen zu Hause sollten Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten und für ausreichende Belüftung gesorgt werden. Am besten seien nach wie vor Treffen im Freien. Die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr bleibt bestehen.

Welche Zeitpläne gelten für die Schulen im Norden?

Die Schulen öffnen schrittweise weiter. Einzelheiten bleiben den Ländern überlassen. Vereinbart wurde zwischen Bund und Ländern jedoch, dass alle Schulkinder möglichst vor den Sommerferien noch mindestens einmal in die Schule gehen können. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern etwa ist geplant, nach den Sommerferien wieder komplett in den Regelbetrieb überzugehen.

Wie sieht es mit Besuchen in Alten- und Pflegeheimen aus?

Pflegebedürftige in Heimen und Menschen in anderen Einrichtungen dürfen in Schleswig-Holstein wieder Besuch bekommen. Dabei gilt im Allgemeinen, dass zu jeder Person in einem Heim oder einer Behinderteneinrichtung eine feste Kontaktperson unter strengen Hygiene-Vorkehrungen wieder Zugang bekommt. Niedersachsen hat das Besuchsverbot für Heimbewohner und Klinikpatienten am 20. Mai teilweise aufgehoben: Seitdem darf ein Heimbewohner von einer festen Person wieder regelmäßig besucht werden. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Besuch unter Auflagen seit dem 15. Mai möglich, in Hamburg unter bestimmten Voraussetzungen seit dem 18. Mai.

Sind überall im Norden die Geschäfte wieder geöffnet?

Mittlerweile dürfen in allen norddeutschen Bundesländern auch Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern wieder öffnen. Allerdings gilt beim Betreten eine Maskenpflicht. Zudem müssen die Betreiber darauf achten, dass sich nicht zu viele Kunden gleichzeitig in den Geschäften aufhalten, sodass die Abstandsregel von mindestens 1,50 Metern eingehalten werden kann.

Welche Vorgaben gelten für Restaurants und Cafés?

In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg dürfen Gaststätten und Restaurants inzwischen wieder öffnen - unter Berücksichtigung bestimmter Auflagen. Beispielsweise muss ein Mindestabstand zwischen den Tischen und fremden Personen von 1,50 Metern eingehalten werden. Es gilt vielerorts eine Reservierungspflicht - und die Kontaktdaten der Gäste müssen erfasst werden.

Was ist in Niedersachsen erlaubt?

In Niedersachsen sind alle weitläufigen Freiluftanlagen, Spielplätze und Parks wieder geöffnet. Dort gilt die 1,50-Meter-Abstandsregel. Auch Museen, Ausstellungen, Galerien, Gedenkstätten und Gottesdienste können wieder besucht werden. Freibäder und Fitnessstudios dürfen seit dem 25. Mai wieder öffnen, kontaktloser Sport in öffentlichen und privaten Anlagen ist wieder möglich.

In Niedersachsen hat mittlerweile der Präsenzunterricht an den Schulen für einige Klassenstufen wieder begonnen, seit dem 3. Juni auch für die 2., 7. und 8. Klassen. Es fehlen noch die Klassen 1, 5 und 6 (ab 15. Juni). Die Sommerferien beginnen in Niedersachsen am 16. Juli. In den Kitas findet derzeit nur eine Notbetreuung statt. Die Betreuungsquote soll bis zum 8. Juni auf bis zu 50 Prozent ausgeweitet werden.

Alle sogenannten körpernahen Dienstleistungen dürfen ebenfalls wieder angeboten werden - unter strengen Hygieneauflagen. Das gilt zum Beispiel für Maniküre-, Pediküre- und Kosmetikstudios sowie Massagepraxen.

Dauercamper und Zweitwohnbesitzer dürfen sich bereits wieder an den jeweiligen Orten aufhalten - das gilt auch wieder für die Ostfriesischen Inseln. Wer dort Lebenspartner, Eltern oder Kinder mit erstem Wohnsitz besuchen möchte, wer dauerhaft auf der Insel arbeitet, darf wieder dorthin. Das gilt auch für Berufsgruppen wie Journalisten, Ärzte, Pflegende, Zahn- und Tiermediziner.

Hotels, Campingplätze und andere Beherbergungsbetriebe dürfen seit dem 25. Mai mit einer maximalen Auslastung von 60 Prozent Urlaubsgäste empfangen. Auch Ferienhäuser dürfen wieder belegt werden. Abweichende Regelungen gelten für die Ostfriesischen Inseln: Dort soll die Zahl der Besucher vom Festland begrenzt bleiben. Die Landkreise können per Ausnahmegenehmigung selbst entscheiden, ab wann sie Hotelgäste wieder zulassen.

Restaurants und Gaststätten dürfen wieder vollständig geöffnet sein - unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln.

Voraussichtlich am 8. Juni sollen weitere Lockerungen in Kraft treten.

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Was ist in Schleswig-Holstein erlaubt?

Dauercamper und Zweitwohnungsbesitzer dürfen seit dem 4. Mai wieder einreisen. Mit begrenzter Teilnehmerzahl dürfen in Schleswig-Holstein inzwischen Gottesdienste wieder durchgeführt werden. Auch Museen, Ausstellungen und Tierparks durften unter Auflagen wieder öffnen, ebenso wie Spielplätze. Kontaktarme Sportarten im Freien sind wieder möglich. Auch Sportgeräte für solche Sportarten wie Fahrräder oder Kanus dürfen wieder gewerblich verliehen werden.

Seit dem 18. Mai dürfen Touristen wieder ins Land. Halligen dürfen wieder betreten werden. Seit dem 25. Mai dürfen täglich bis zu 300 Tagestouristen die Insel Helgoland wieder besuchen - auch über Pfingsten, wenn die meisten schleswig-holsteinischen Nordseeinseln - wie beispielsweise Sylt, Amrum und Föhr - sowie die Halligen für Tagestouristen gesperrt sind. Gaststätten dürfen bis 22 Uhr im Innen- und Außenbereich wieder öffnen. Es gibt keine Kapazitätsgrenzen. Allerdings müssen die Betriebe dafür sorgen, dass Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Auch Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen sowie Wohnmobilstellplätze dürfen seit dem 18. Mai öffnen. Veranstaltungen mit "Sitzungscharakter" mit bis zu 50 Personen und Gottesdienste sind wieder erlaubt. Zudem dürfen auch Fitnessstudios, Fahrschulen und Kinos wieder den Betrieb aufnehmen.

Zudem dürfen ab dem 8. Juni Freibäder und Freizeitparks wieder öffnen. Auch Hallenbäder sollen bei Vorlage von Konzepten zu Abstandsgeboten und Hygieneregeln grundsätzlich wieder aufmachen können. Veranstaltungen im Außenbereich mit bis zu 250 Gästen und in geschlossenen Räumem mit bis zu 100 Gästen sind ebenfalls wieder möglich. Bei Freiluftveranstaltungen mit wechselndem Publikum - wie etwa Flohmärkten - dürfen 100 Personen gleichzeitig auf dem Gelände sein. Familienfeiern im Außenbereich sind mit bis zu 50 Personen möglich.

Vorschüler und Kinder mit Förderbedarf dürfen in Gruppen von bis zu 10 Kindern in den Kitas wieder betreut werden. Am 2. Juni startete an den Kitas ein eingeschränkter Regelbetrieb mit einer Gruppengröße von 15 Kindern mit einer Vollzeitbetreuung aller Vorschulkinder und aller Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf und/oder Sprachförderbedarf. Vom 22. Juni an soll der volle Regelbetrieb unter Auflagen ermöglicht werden. Spätestens zu Beginn der Sommerferien am 29. Juni soll die Rückkehr in einen nahezug normalen Regelbetrieb flächendeckend erfolgt sein. In den Grundschulen sollen ab dem 8. Juni Grundschüler täglich im Klassenverband in die Schule gehen. Ab dem 22. Juni gilt das mit Einschränkungen auch für allen anderen Schul-Jahrgangsstrufen. Mit Beginn des neuen Schuljahres am 10. August soll wieder ein Regelbetrieb an allen Schulen möglich sein.

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Was ist in Mecklenburg-Vorpommern erlaubt?

Die Öffnung von Kitas und Schulen erfolgt schrittweise. Alle Kinder können seit dem 25. Mai - mit Einschränkungen - wieder in die Kitas gehen. Die Schulen werden bereits seit dem 14. Mai stufenweise für weitere Jahrgänge geöffnet. Nach den Sommerferien, ab dem 3. August, soll es in MV wieder einen verlässlichen Schulbetrieb mit täglichem Regelunterricht für alle Schülerinnen und Schüler geben.

Seit dem 25. Mai dürfen auch Urlauber aus anderen Bundesländern wieder in Hotels, Pensionen und auf Campingplätze nach Mecklenburg-Vorpommern reisen - es sei denn, sie kommen aus Hochrisiko-Gebieten. Die Auslastungskapazität der Betten in den einzelnen Betrieben ist dabei vorerst auf 60 Prozent begrenzt. Am 15. Juni werden möglicherweise weitere Lockerungen beschlossen. Schon seit dem 18. Mai können Bootsverleihe, Fahrradverleihe und Strandkorbvermietungen wieder loslegen.

Seit dem 25. Mai können auch wieder Familienfeiern in eigenen oder gemieteten, abgetrennten Räumen in Gaststätten mit bis zu 30 Personen durchgeführt werden. Großveranstaltungen dürfen seit dem 18. Mai genehmigungspflichtig in begrenztem Rahmen stattfinden - bis maximal 75 Personen im Innen- und 150 Personen im Außenbereich. Ab Mitte Juni sollen wieder Großveranstaltungen mit bis zu 500 Personen draußen und 200 Personen drinnen möglich sein.

Darüber hinaus dürfen Freibäder, Kinos und einige Reha-Kliniken wie Mutter-Vater-Kind-Einrichtungen, Tageskliniken, Kliniken für Psychosomatik und Kliniken für Abhängige wieder öffnen. Gleiches gilt für Sporthallen sowie Fitness-, Tanz- und Yoga-Studios - unter strengen Hygienevorschriften und unter Beachtung der Abstandsregeln von 1,50 Metern.

Hallen- und Spaßbäder in Mecklenburg-Vorpommern dürfen vom 8. Juni an wieder eingeschränkt öffnen.

Kosmetikstudios, Massagepraxen und andere körpernahe Dienstleistungen sind in Mecklenburg-Vorpommern wieder erlaubt - ebenso wie der Breitensport unter freiem Himmel. Die Museen sind wieder geöffnet.

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Was ist in Hamburg erlaubt?

In Hamburg dürfen sich seit dem 13. Mai wieder Mitglieder zweier unterschiedlicher Haushalte in der Öffentlichkeit treffen - allerdings maximal zehn Personen. Neben allen Geschäften und der Gastronomie dürfen auch Hotels - mit maximal 60 Prozent der Auslastung - den Betrieb aufnehmen.

Seit dem 18. Mai können auch Kitas für die Vorschulkinder wieder öffnen, die Viereinhalbjährigen und Geschwisterkinder dürfen ab 4. Juni zurück in die Kitas. Seit dem 25. Mai können alle Schüler wieder in die Schule kommen - aber vorerst bis zu den Sommerferien nur für fünf oder sechs Stunden pro Woche.

Vorausgesetzt, es liegen Hygienekonzepte der Betreiber vor, die geltenden Abstandsregeln werden eingehalten und von den Besuchern werden die Daten erfasst für eine mögliche Kontaktnachverfolgung im Falle eines Infektionsgeschehens, dürfen folgende Einrichtungen in Hamburg seit dem 27. Mai wieder öffnen:

In Fitness- und Sportstudios sowie Yogastudios darf wieder trainiert werden. Auch Tanzschulen und Indoor-Spielplätze dürfen öffnen. Seit dem 2. Juni können Badegäste wieder in Freibäder.

Kinos, die Kino-Gastronomie sowie das Planetarium im Stadtpark dürfen ebenfalls wieder öffnen. Auch Konzerte im Autokino unter freiem Himmel sind erlaubt. Und: Spielhallen, die Spielbank und Wettbüros sind wieder für Besucher geöffnet.

Seniorentreffs in den Bezirken dürfen wieder öffnen. Tageseinrichtungen und Treffs für Obdachlose können tagsüber öffnen, sodass ein Mittagessen ausgeteilt werden kann. Auch Angebote in der Jugendhilfe sind wieder möglich.

Bereits seit Längerem gilt: Unter Auflagen dürfen Kosmetik- und Nagelstudios wieder Kunden empfangen. Auch alle Sportarten im Freien sind mit Abstand wieder möglich, die Außensportanlagen haben geöffnet. Öffentliche und private Spielplätze können wieder genutzt werden. Auch die Außenbereiche von Tierparks und Botanischen Gärten sind wieder geöffnet, Gottesdienste können wieder abgehalten werden. Auch einige Museen können besucht werden. Vorerst weiter geschlossen bleiben Clubs, Bars und Bordelle.

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NDR Info | 02.06.2020 | 07:15 Uhr

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