Binz auf Rügen: Wellen schlagen an den Strand. (31.05.2020) © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Beherbergungsverbot wegen Corona: Das gilt in Norddeutschland

Stand: 21.10.2020 10:29 Uhr

Das Beherbergungsverbot wegen steigender Infektionszahlen erschwert den Urlaub. Wer aus einem Corona-Risikogebiet anreist, für den gelten besondere Regeln - die im Norden zum Teil wieder gekippt wurden. Die Regeln unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

Niedersachsen: Urlaub wieder uneingeschränkt möglich

In Niedersachsen ist das neue Beherbergungsverbot nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg vom 15. Oktober im Eilverfahren schon wieder außer Kraft gesetzt worden. Hotels und Pensionen müssen sich seitdem nicht mehr an die entsprechende Verordnung halten. Urlaub in Niedersachsen ist damit wieder uneingeschränkt möglich.

Zuvor war eine Verordnung erlassen worden, die ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus Corona-Risikogebieten vorsah. Davon ausgenommen waren Reisende, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen können. Das Beherbergungsverbot galt aber lediglich für touristische Übernachtungen in Hotels, Ferienhäusern und Pensionen. Berufliche Reisen, Besuche von Lebens-, Ehepartnern oder Kindern waren nicht betroffen. Auch Ferienwohnungsbesitzer und Dauercamper dürfen weiterhin ihr Eigentum nutzen.

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Der Schriftzug "Hotel" vor blauem Himmel. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer/ZB/dpa

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Schleswig-Holstein: Testpflicht, aber keine Quarantäne

Wer aus einem Risikogebiet in Deutschland kommt und in Schleswig-Holstein Urlaub machen möchte, muss im Hotel oder in der Ferienwohnung einen negativen Corona-Test vorweisen. Dieser darf nicht älter sein als 48 Stunden. Damit entfällt eine 14-tägige Quarantänepflicht. Ausgenommen von den neuen Einreiseregeln sind Familienbesuche oder Pendelverkehre zu beruflichen Zwecken. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) erklärte, Schleswig-Holstein wolle trotz anderer Entscheidungen in anderen Ländern am Beherbergungsverbot festhalten. Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig lehnte am 15. Oktober einen Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot ab. Beim Bundesverfassungsgericht sind mittlerweile ebenfalls Eilanträge eingegangen - einer wurde nach Angaben des Gerichts wieder zurückgezogen, über einen zweiten muss noch entschieden werden.

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Mecklenburg-Vorpommern: Keine Beschränkungen für deutsche Übernachtungsgäste

Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald hat die umstrittene Corona-Verordnung für Urlauber aus deutschen Risikogebieten gekippt. Das bedeutet, dass Feriengäste, die aus einem Hotspot anreisen, seit dem 21. Oktober gar keinen Corona-Test mehr vorlegen und auch nicht in Quarantäne müssen. Es soll stattdessen künftig eine sogenannte Hotelerklärung geben, in dem der Reisende versichert, dass er keinerlei Covid-19-Symptome hat und sich gesund fühlt. Tagestouristen dürfen das Bundesland weiterhin nicht besuchen, diese Regelung soll aber zeitnah ebenfalls geändert werden.

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Greifswald: Blick auf das Gebäude des Oberverwaltungsgerichtes. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

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Hamburg: Testpflicht und eine Klage

In Hamburg gilt bereits seit Juli ein Beherbergungsverbot für Menschen aus deutschen Risiko-Kommunen. An dieser Regelung ändert sich nichts: Reisende aus Risikogebieten dürfen in Hamburger Hotels und Beherbergungsbetrieben nur untergebracht werden, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. Auch ein Eilantrag von Touristen aus Köln gegen das Beherbergungsverbot wurde abgewiesen. Infektionsschutz gehe vor Urlaubsvergnügen, befand das Verwaltungsgericht. Nun klagt eine Hotelkette erneut gegen die Regelung.

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Zwei junge Reisende mit ihren Koffern am Hamburger Flughafen. © imago images/Nikita Foto: imago images/Nikita

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Widerstand gegen eine Corona-Maßnahme: Die a&o-Kette zieht gegen das Beherbergungsverbot vor das Oberverwaltungsgericht. mehr

Bremen: Bislang keine Einschränkungen

In Bremen gibt es bisher keine Einschränkungen für innerdeutsche Reisende - auch wenn sie aus Risikogebieten kommen. Allerdings gilt Bremen seit 7. Oktober selbst als Risikogebiet, weil die Grenze von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche erreicht wurde.

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Skulpturengruppe der Bremer Stadtmusikanten auf dem Marktplatz. © Ingrid Krause / BTZ Bremer Touristik-Zentrale

Was Bremer Reisende für die Herbstferien wissen müssen

Am Montag beginnen in Bremen die Herbstferien. Da Bremen seit Donnerstag selbst Risikogebiet ist, müssen Reisende einiges beachten. extern

Unklare Rechtslage bei Storno-Regelungen

Es ist unklar, ob Urlauber aus Risikogebieten Stornierungsgebühren zahlen müssen, wenn sie ihren Aufenthalt absagen. Der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover sagte der Deutschen Presseagentur, dass er nicht davon ausgehe, dass Urlauber auf ihren Kosten sitzenbleiben. Im Falle eines Beherbergungsverbotes müsse die Unterkunft das angezahlte Geld zurückzahlen, Stornierungsgebühren dürften vom Gast nicht kassiert werden. Auch könne niemand verpflichtet werden, einen Test zu machen. Der Deutsche Ferienhausverband rät wegen unklarer Rechtslage, eine einvernehmliche Einigung mit dem Gastgeber zu erzielen - etwa den Aufenthalt auf Kulanzbasis gebührenfrei zu verschieben. Nach Ansicht des Hotelverbandes Deutschland IHA fällt der Corona-Test in den Verantwortungsbereich des Gastes. Die Pflicht zur Zahlung bestehe weiterhin.

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Ein Schlüssel mit einem Anhänger mit der Nummer 11 steckt in einer geöffneten Hotelzimmertür, im Hintergrund ist ein Bett zu sehen. © picture alliance/dpa Foto: Swen Pförtner

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Reisende müssen Test in der Regel selbst bezahlen

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich wegen eines Corona-Tests frühzeitig beim Hausarzt oder einer speziellen Praxis für Reisemedizin melden. Wer in den Urlaub wolle, solle aber nicht in die Testzentren des öffentlichen Gesundheitsdienstes kommen, sagt Andreas Bobrowski vom Berufsverband Deutscher Laborärzte der Deutschen Presseagentur. Wer einen Test allein für die Anreise zum Urlaubsort braucht, hat in der Regel keine Krankheitssymptome. In diesem Fall wird der Test von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen. Die Kosten liegen für Privatpatienten laut Gebührenverordnung bei etwa 120 Euro pro Person für die Laboranalyse. Hinzu kommen weitere 20 Euro für den Abstrich beim Arzt.

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NDR Info | Nachrichten | 19.10.2020 | 06:00 Uhr

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