Stand: 02.05.2018 06:16 Uhr

Linke Szene demonstriert friedlich in Hamburg

In Hamburg haben knapp 3.000 Anhänger der linken Szene an der "Revolutionären 1. Mai-Demo" teilgenommen. Unter dem Motto "Kapitalismus - immer noch scheiße!" führte die Demonstration vom Hauptbahnhof nach Wandsbek, wo die Versammlung endete. "Marx statt Merkel" hieß es auf einem Transparent, "Für den Kommunismus" auf einem anderen. Die Polizei begleitete den Zug mit etwa 1.400 Beamten. Mehrere Wasserwerfer und ein Räumpanzer standen bereit. Nach dem Zünden mehrerer Böller stoppte die Polizei die Teilnehmer kurzzeitig, ließ sie dann aber weitergehen. Zudem wurden einige Autos zerkratzt. Zu größeren Zwischenfällen kam es während der Demo aber nicht. "Das war der ruhigste 1. Mai seit Jahren", sagte Polizeisprecher Timo Zill NDR 90,3.

Im Schanzenviertel blieb es ruhig

Angemeldet hatte die Demonstration der Rote Aufbau Hamburg, der vom Landesamt für Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestuft wird. Unter den Demonstranten seien durchaus gewaltbereite Gruppen gewesen, so Zill. Wenn sie gewollt hätten, hätte es zu Ausschreitungen kommen können. Offenbar wollten sie aber nicht. Auch in der Nacht blieb es ruhig. Das Schanzenviertel, in dem es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Krawallen gekommen war, blieb von Ausschreitungen verschont. Die Polizei hatte schon im Vorfeld prognostiziert, dass es dieses Mal wohl eher ruhig bleiben würde. Die Erinnerungen an die schlimmen Szenen rund um den G20-Gipfel im Juli 2017 seien noch zu frisch.

Auch Demo am Vorabend ohne Zwischenfälle

Videos
00:31
NDR 90,3

Erste Demo von der Schanze auf den Kiez

30.04.2018 22:00 Uhr
NDR 90,3

Kundgebung in der Walpurgisnacht: Hunderte Menschen versammelten sich im Hamburger Schanzenviertel, um für eine offenere Gesellschaft zu demonstrieren. Video (00:31 min)

Ein erster Protestzug von Feministinnen war am Montagabend unter dem Motto "Raum ist Macht - Take Back The Night" von der Roten Flora nach St. Pauli gezogen. Daran beteiligten sich nach Polizeiangaben zwischenzeitlich bis zu 1.000 Menschen - vorwiegend Frauen. Sie gingen gegen Sexismus und Homophobie und für eine offene Gesellschaft frei vom konservativen Geschlechterverständnis auf die Straße. Die Demonstration führte auch über die Reeperbahn. Die Polizei zeigte entlang der Demo-Route deutliche Präsenz. Nennenswerte Zwischenfälle habe es nicht gegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.05.2018 | 06:00 Uhr

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