Stand: 09.11.2018 17:51 Uhr

"Grindel leuchtet": Erinnerung an Pogromnacht

Unter dem Motto "Grindel leuchtet" haben Anwohner des Hamburger Grindelviertels am Freitag an die ermordeten Juden in ihrem Stadtteil erinnert. Sie stellten Kerzen neben die Stolpersteine, die vor den Häusern auf die ehemaligen jüdischen Bewohner hinweisen. Auch in der Neustadt gab es einen Rundgang zu Stolpersteinen rund um den Großneumarkt. Seit 1995 erinnert der Künstler Gunter Demnig mit seinem Projekt durch kleine Gedenksteine an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Am Joseph-Carlebach-Platz, wo früher die Bornplatz-Synagoge stand, organisierte die Jüdische Gemeinde ein "Stilles Gedenken".

Besucher des Joseph-Carlebach-Platz, auf dem mit Kreide die Grundrisse der Bornplatz-Synagoge, die von den Nationalsozialisten zerstört wurde, aufgemalt sind, zünden Grablichter an. Unter dem Motto «Grindel leuchtet» wird in dem Hamburger Viertel der jüdischen Opfer der Pogromnacht von 1938 gedacht. © dpa Foto: Axel Heimken

Gedenken an Reichspogromnacht vor 80 Jahren

Hamburg Journal -

Im Grindelviertel gibt es die Aktion "Grindel leuchtet". Kerzen mahnen an die Schicksale jüdischer Hamburger, die von den Nazis deportiert und ermordet wurden.

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"Neue Ebene, um Erinnerung weiterzugeben"

"Es ist wichtig, neue Ebenen zu schaffen, auf denen Erinnerung weitergegeben werden kann", sagte der Initiator der Aktion "Grindel leuchtet", Amos Schliack. Die Stolpersteine seien eine solche Ebene, und die Aktion solle dazu dienen, Gespräche und Austausch zu ermöglichen. "Besonders freut es mich immer, wenn ich beobachte, dass Eltern diesen Abend dazu nutzen, mit ihren Kindern die Ereignisse von damals zu thematisieren", sagte Schliack. Er hoffe, dass die Aktion eines Tages von Schulklassen der benachbarten Gymnasien übernommen werde, damit Jüngere sie fortführen.

Pogromnacht vor 80 Jahren

Am 9. November 1938 hatten die Nationalsozialisten in der Pogromnacht Synagogen in ganz Deutschland angezündet. Auch in Hamburg wurden etliche jüdische Einrichtungen zerstört. Wenige Jahre nach den Pogromen wurden allein in Hamburg rund 8.000 Juden deportiert und umgebracht. Heute leben wieder rund 3.000 Juden in der Hansestadt, 2007 wurde die Talmud-Tora-Schule wiedereröffnet.

Kerzen und eine weiße Rose liegen in Hamburg im Grindelviertel neben Stolpersteinen. © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken

Die Reichspogromnacht in Hamburg

Ein jüdischer Mitbürger erinnert sich an die Ereignisse in der Hansestadt.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 09.11.2018 | 19:30 Uhr

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