Stand: 01.10.2019 07:47 Uhr

Sturmschäden beseitigt: Bahn fährt wieder normal

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Bahnkunden, die von den wetterbedingten Sperrungen betroffen waren, können ihre Tickets bis 7. Oktober flexibel nutzen oder stornieren. (Archivbild)

Nachdem Tief "Mortimer" am Montag zu erheblichen Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume und überflutete Straßen geführt hatte, hat sich die Lage inzwischen normalisiert. Die Deutsche Bahn teilte am Dienstagmorgen auf ihrer Internetseite mit: "Unsere Fernverkehrszüge können wieder uneingeschränkt verkehren." Kunden, die von den wetterbedingten Streckensperrungen betroffen gewesen seien, könnten ihre Tickets bis zum 7. Oktober flexibel nutzen oder kostenlos stornieren.

Am Montag Fernverkehr zeitweise eingestellt

Die Deutsche Bahn hatte ihren Fernverkehr in Norddeutschland am Montagmorgen weitgehend eingestellt. Betroffen waren etwa die Verbindungen von und nach Hamburg sowie zwischen Hannover und Berlin. Bei Wolfsburg war ein ICE gegen einen auf die Gleise gestürzten Baum gefahren. Nach Angaben eines Bahn-Sprechers wurde dabei der Lokführer leicht verletzt. In Westmecklenburg gab es Behinderungen durch heruntergestürzte Äste oder umgefallene Bäume. Der Sturm beschädigte in Bad Kleinen eine Bahnoberleitung.

Behinderungen auch auf den Straßen

Auf der A31 im Emsland warfen Sturmböen einen mit Munition beladenen Lastzug um. In der Folge wurde die Autobahn zwischen den Anschlussstellen Emsbüren und Lingen in beide Richtungen bis in den Abend gesperrt. Bei stürmischem Wind kam auf der A19 bei Güstrow ein Kleinbus nach rechts von der Fahrbahn ab, überschlug sich und kam auf dem Dach zum Stehen. Der 59 Jahre alte Fahrer und seine 60 Jahre alte Beifahrerin kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte.

Vier Menschen per Helikopter gerettet

Mit einem Hubschrauber mussten direkt an der Nordseeküste bei Jade in Niedersachsen vier Menschen gerettet werden, die in ihren Autos in einem Überflutungsgebiet eingeschlossen worden waren. Die Rettungskräfte setzten nach Angaben der Polizei bei dem Einsatz am Montagmittag die Winde des Helikopters ein, um die vier Betroffenen im Alter von 28 bis 55 Jahren auf dem nahen Deich abzusetzen. Wie die Beamten weiter mitteilten, handelte es sich dabei um zwei Paare, die trotz der Warnbeschilderung in den sturmflutgefährdeten tieferliegenden Bereich gefahren waren. Bei einsetzender Flut wurde ihnen der Rückweg abgeschnitten. Beide Autos wurden überflutet.

Vielerorts war der Höhepunkt des Unwetters in den Berufsverkehr gefallen. Viele Straßen wurden überschwemmt. Autofahrer mussten zum Beispiel in und um Hamburg viel Geduld aufbringen, weil laut der Verkehrsleitstelle Straßen unter Wasser standen und viele Verkehrsteilnehmer wegen schlechter Sicht sehr vorsichtig fuhren. In Mecklenburg-Vorpommern musste die Feuerwehr auf mehreren Bundesstraßen im Landkreis Ludwigslust-Parchim Bäume und Äste von der Fahrbahn räumen. In Schwerin fielen die Ampeln aus. In Rostock blieb vorsorglich der Zoo geschlossen.

Fähren im Norden fielen aus

Auch den Fahrplan einiger Fährverbindungen wirbelte Sturmtief "Mortimer" durcheinander. So fielen zum Beispiel Verbindungen zwischen Schlüttsiel auf dem Festland und Langeneß über Hallig Hooge sowie Fahrten zur Insel Neuwerk und zurück aus. Auch die Fähre ab Wangerooge um 15 Uhr fuhr nicht. Wegen des starken Windes wurden außerdem die Fährverbindungen Warnemünde-Hohe Düne und Kabutzenhof-Gehlsdorf zwischenzeitlich eingestellt. Die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen stellte den Betrieb wegen Hochwassers bis etwa 17.30 Uhr ein.

Auf dem Brocken wehte der Wind mit Tempo 143

Der erste Herbststurm des Jahres erreichte nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes in der Spitze auch orkanartige Böen von etwa hundert Stundenkilometern, bevor er in Richtung Baltikum abzog. Auf dem Brocken im Harz wurden laut NDR Wetterexperte Frank Böttcher sogar 143 Kilometer pro Stunde erreicht. Dazu gab es teils kräftige und gewittrig durchsetzte Regenschauer.

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Vorsicht in Wäldern

Auch wenn das Wetter weiterhin nicht unbedingt zu Spaziergängen einlädt, warnen beispielsweise die Niedersächsischen Landesforsten vor dem Betreten der Wälder. Die Bäume seien nach den zwei trockenen Sommern geschwächt, sodass Äste unvermittelt abbrechen können. "Die Risikolage ist in diesem Jahr besonders hoch", sagte der Präsident der Landesforsten, Klaus Merker: Jogger, Hundebesitzer und Radfahrer sollten die Wälder bei Wind und zu erwartenden Stürmen meiden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | NDR//Aktuell | 29.09.2019 | 19:00 Uhr

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