Stand: 14.12.2020 15:24 Uhr

"wasfüreinjahr..." mit Sylvia Bretschneider

Sylvia Bretschneider (untere Reihe, Zweite von links) leitet das LuzinTheater. Im Fragebogen blickt die Theatermacherin zurück auf das vergangene Jahr.

Im Rückblick: Was war 2020 für ein Jahr für Sie?

Ein Jahr der Extreme. Mit unserer Amateurtheatergruppe "Die Bühnenlichter" begannen wir das Jahr mit den Endproben für unser Theaterstück "Der eingebildete Kranke". Nach der Premiere kam dann der Lockdown mit erzwungener Ruhe. Im Sommer, nachdem die Lockerungen kamen, entschlossen wir uns von jetzt auf gleich zum Theater im Freien. Mit der Profi-Gruppe sprinteten wir in die Vorbereitungen, in Premiere und Vorstellungen von "Best of Nibelungen" draußen. Es war immer voll und wir hatten eine Menge Spaß und jetzt haben wir wieder Pause und keine Ahnung, wie es weitergeht.

Was ging für Sie wegen Corona auf einmal nicht mehr?

Vieles, aber vor allem Theaterspielen in unserem kleinen Theatersaal. Seit März ist das Theater geschlossen. Pläne fliegen einem zur Zeit auch mit schöner Regelmäßigkeit um die Ohren. Im Dezember wollten wir wenigstens allabendlich für eine halbe Stunde öffnen und kleine Überraschungen auf die Bühne bringen, aber auch dieser Plan ist leider inzwischen Makulatur.

Und was haben Sie dann stattdessen gemacht?

Wir bereiten uns auf unser Theater im Freien vor. Wir gehen jetzt mal davon aus, dass das auch im kommenden Sommer gehen wird. Wir wollen ab Pfingsten draußen spielen. Wir beginnen mit den "Bremer Stadtmusikanten" der Theatergruppe und dann folgt eine Inszenierung mit den Profis.

Welches Buch oder welche Musik oder was sonst hat Sie in dieser Zeit richtig froh gemacht und aufgebaut?

Unser Garten, der uns dieses Jahr reich beschenkt hat. Der schmale Luzin, der mich immer noch allmorgendlich mit seinem bezaubernden Wasser weckt. Und vor allem die vielen Pläne, die ich mit meinem Mann und Theaterpartner Alejandro Quintana, mit "Den Bühnenlichtern" und mit vielen anderen mache.

Was hat die Zwangspause durch Corona für Sie Positives gebracht?

Wir haben unser Theater aufgeräumt und gut geordnet. Wir haben gemeinsam mit unserem Vermieter die phantastische Möglichkeit entdeckt, hinter unserem Theater draußen zu spielen. Außerdem arbeiten Tobias Thiele und ich an einem Hörspielprojekt mit der Theatergruppe. Das war für uns alle Neuland und wir haben eine Menge Spaß dabei. Die CD "Die Bremer Stadtmusikanten" gibt es ab Pfingsten bei uns.

Wie optimistisch schauen Sie auf 2021?

Wir bereiten uns auf den Sommer vor. "Die Bühnenlichter" stehen in den Startlöchern, um wieder mit den Proben zu beginnen. Und für die Profi-Inszenierung laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Ich hoffe, wir kriegen jetzt bald dieses miese kleine Mistvieh in den Griff und dann geht es mit aller Vorsicht wieder an die Arbeit.

Und sonst so?

Mein Tag könnte 48 Stunden haben und ich hätte keine Langeweile.

 

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Ein Kalender liegt zusammen mit einer Brille auf dem Tsich © imago images / Imaginechina-Tuchong

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